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Workshop-Einheit II

Stärke statt Macht. Professionelle Präsenz und gewaltloser Widerstand in stationärer Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie (Dennis Haase)

PädagogInnen und TherapeutInnen in den Arbeitsfeldern der stationären und teilstationären Erziehung und Therapie müssen besonders verweigernder, eskalierender und anderen destruktiven Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen gewachsen sein. Nicht selten geraten Teams dabei in ähnliche Fallen wie hilflose Eltern und verstricken sich beispielsweise in Machtkämpfen und „befeuern" so die Konflikte zur Eskalation. Der Workshop bietet die Möglichkeit, Haltung und Methoden der professionellen Präsenz und des gewaltlosen Widerstands für die praktische Arbeit in Tagesgruppe, Heim und Klinik kennenzulernen. Interventionen wie Ankündigung, Sit-In, Wiedergutmachung werden ebenso vorgestellt wie die „choreographische Arbeit" mit der Gleichaltrigengruppe selbst.

Dennis Haase, Wunstorf

Diplom-Sozialpädagoge, Systemischer Familientherapeut (IFW/SG), Systemischer Supervisor (IFW/SG), Systemischer Elterncoach (IFW), Psychotherapeut (ECP), Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am KRH Wunstorf und in freier Praxis, Mitglied im Kompetenznetzwerk Systemisches Elterncoaching am Institut für Familientherapie Weinheim. Arbeitsschwerpunkte: Systemisches Coaching für Kinder und Jugendliche, Konzepte im Umgang mit Schulvermeidung.

 

Basic II (Martin Solty)

Immer häufiger beobachten wir, dass sich im alltäglichen Miteinander von Eltern, professionellen Erziehern und Kindern normale Auseinandersetzungen zwischen Erziehenden und Kindern bzw. Jugendlichen leicht zu heftigen „Kämpfen" hochschaukeln. In immer stärker werdenden verbalen Angriffen und Aggressionen sowie ständigen Grenzüberschreitungen und Verweigerungen können dann erschreckende Eskalationsdynamiken entstehen. Das Bemühen um konstruktive Lösungen tritt in den Hintergrund, destruktive und machterhaltende Strategien gewinnen die Oberhand. Oft entsteht dabei bei allen Beteiligten ein Gefühl von Hilflosigkeit und Ohnmacht.
In Basic II werden aufbauend auf Basic I mit vertiefenden Übungen erste Möglichkeiten für den Ausstieg aus den Eskalationsspiralen vorgestellt:
Die „Ankündigung" als Einstieg in die veränderte elterliche Autorität
Die Technik der „drei Körbe"
Das „Sit In" als Ausdruck einer neuen elterlichen Stärke

Martin Solty, Unna

Diplom-Sozialarbeiter, Erziehungsberatungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern in Herne mit Schwerpunkt systemische Familienberatung und Therapie. Eigene Praxis für Familienberatung und Therapie.

 

Supervision (Petra Girolstein)

Im Mittelpunkt des Workshops stehen die Fragen und Fallbeispiele der TeilnehmerInnen. Themen wie „Auf welche Weise kann ich in meinem Fall mit den Strategien des GLW beginnen?", „Wie kann ich das Konzept ‚übersetzen' in meinen Arbeitskontext?", „Welche nächsten Schritte sind in meiner fortgeschrittenen Fallarbeit möglich?" u.ä. können angesprochen und bearbeitet werden. Die methodische Arbeit (beispielhafte Vertiefung der Strategien wie Announcement, Kleingruppenarbeit, Skulpturen oder Rollenspiel) gestaltet sich nach den Erfordernissen der jeweiligen Frage und der Kreativität der TeilnehmerInnen.

Petra Girolstein, Alsbach bei Darmstadt

Dipl.-Sozialpädagogin, M.A. Personalentwicklung. Systemische Therapeutin, Supervisorin, Weiterbildnerin und Coach. Arbeit in freier Praxis.

 

Starker Lebensraum Schule (Kerstin Horngacher, Susanne Wüstefeld-Dreier, Mechtild Freitag)

Lehrer, Eltern, Berater, Sozialarbeiter, Erzieher ... die Gruppe der Erwachsenen, die sich um das Wohl von Schülern und Schülerinnen kümmert, ist breit gefächert. Wie kann es gelingen, in Bezug auf Schule den Ansatz von Professioneller oder Elterlicher Präsenz umzusetzen? Wie können elterliche und professionelle Stärken konstruktiv zusammenwirken?
Dieser Workshop richtet sich sowohl an Profis aus dem Schulbereich als auch an Eltern und Berater, die sich Kooperation wünschen oder diese schon erfolgreich leben. Wir wollen Ideen entwickeln, ausbauen und stellvertretend ausprobieren, um zu weiteren Handlungsmöglichkeiten im Schnittfeld Schule und Familie zu finden.

Kerstin Horngacher, Osnabrück

Dipl.-Psychologin, Systemische Therapeutin (IFW/SG), Systemischer Elterncoach (IFW), Projektkreis ahimsa - Coaching gegen Gewalt an Schulen. In Beratung, Coaching und Lehre tätig.

Susanne Wüstefeld-Dreier

Lehrerin an einer Gesamtschule in Osnabrück und Mediatorin.

Mechtild Freitag

Lehrerin an einer Förderschule mit Schwerpunkt Lernen und Tischlerin.

 

Vertiefung: „In die Tiefe gehen: Möglichkeiten mit Zwangskontexten, komplexen Systemen und ,besonderen‘ Zusammenhängen" (Barbara Ollefs, Bruno Körner & Martin Lemme)

Die Anwendung des Systemischen Elterncoachings hat sich in der Praxis vieler BeraterInnen und TherapeutInnen als sehr hilfreich bewährt. Dabei hat sich gezeigt, dass das Konzept der Elterlichen Präsenz in der Anwendung lediglich dort Grenzen erlebt, wo die eigenen gespürt werden. In diesem Workshop sollen Aspekte und Fallbeispiele aus der praktischen Arbeit dargestellt werden, in denen dies so erlebt worden ist. Es werden für kritisch erlebte Situationen Tools, Methoden und Handlungsoptionen anhand von Fallbeispielen dargestellt. Die TeilnehmerInnen an diesem Workshop sind eingeladen eigene Fragestellungen einzubringen. Dieser Workshop präsentiert das Curriculum Systemisches Elterncoaching, drei TrainerInnen stellen sich dort vor und werden den Workshop anleiten.

Barbara Ollefs, Osnabrück

Dr. phil. Dipl.-Psych., Systemische Familientherapeutin und Systemische Supervisorin (IFW), Triple-P Trainerin und Psychodiabetologin (DDG) i.A. Langjährige Erfahrungen in der Pädiatrie am Kinderhospital Osnabrück in der familienmedizinischen Betreuung von asthma- und diabetesbetroffenen Kindern und Jugendlichen sowie in der Neonatologie. Lehr- und Supervisionstätigkeiten u.a. an der Psychologischen Fakultät der Universität Osnabrück und Psychotherapeutischen Ausbildungsinstituten. Forschungstätigkeiten, Promotion und verschiedene Veröffentlichungen zum Thema „Elterncoaching im gewaltlosen Widerstand". Dozentin für den Fachbereich Elterncoaching am Institut für Familientherapie in Weinheim, Ausbildung und Entwicklung e. V. Tätigkeit an Fort- und Ausbildungsinstituten.

Bruno Körner, Würzburg

Diplom-Sozialpädagoge (FH), Systemischer Therapeut (IFW,SG). Mehrjährige Tätigkeit in der ambulanten und stationären Jugendhilfe. Freiberufliche Tätigkeit im Bereich Coaching. Dozent für den Fachbereich Elterncoaching am Institut für Familientherapie in Weinheim, Ausbildung und Entwicklung e. V. Tätigkeit an Fort- und Ausbildungsinstituten.

Martin Lemme, Osnabrück

Dipl.-Psych., Psychol. Psychotherapeut, Verhaltenstherapeut, Systemischer Therapeut (IFW), Systemischer Supervisor und Systemischer Elterncoach (IFW).
Eigene Praxis m. KV-Zulassung f. Ki, Ju, Erw. + Gruppen in Bramsche (b. Os). Langjährige Erfahrung in der Jugendhilfe. Systemisches Elterncoaching in Schule, Jugendhilfe und Öffentlichem Raum, Aufstellungsarbeit und Energetische Psychotherapie. Dozent für Systemisches Elterncoaching am Institut für Familientherapie in Weinheim, Ausbildung und Entwicklung e. V., Tätigkeit an Fort- und Ausbildungsinstituten.

 

Ist elterliche Präsenz weiblich? - „Elterliche Präsenz und Geschlechterperspektive" (Claudia Terrahe-Hecking, Marlene Stelte-Schmökel)

In diesem Workshop möchten wir dazu einladen, eine geschlechterspezifische Perspektive auf das Elterncoaching zu richten. Ausgehend von den Beobachtungen, dass mütterliche Präsenz eher die Regel ist in unserer gesellschaftlichen Erziehungswirklichkeit, stellt sich die Frage, mit welchen Haltungen, Fragestellungen und Aufmerksamkeiten dies von den ExpertenInnen im Elterncoaching gesehen und gewürdigt wird.
Gibt es eine besondere Dynamik durch die Präsenz von Vätern im Unterschied zur Präsenz von Müttern? Wenn ja, was bedeutet das für die Durchführung eines Elterncoachings?
Reagieren Mütter und Väter unterschiedlich auf Themen wie Schuld, Scham, Hilflosigkeit, Wut? Welche Konsequenz hat das für die Begleitung von Vätern und Müttern?
Wir würden gerne Ihre Erfahrungen mit der Geschlechterperspektive nutzen und anhand von unseren und Ihren Fragen gemeinsame Ideen und Handlungsoptionen entwickeln.

Claudia Terrahe-Hecking, Hamm

Dipl.-Sozialarbeiterin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin, Lehrtherapeutin (SG, IFW), Lehrsupervisorin (IFW) und Lehrcoach (SG), Mitarbeiterin im Kompetenznetzwerk Systemisches Elterncoaching am IF Weinheim, Systemische Therapie, Supervision und Coaching in eigener Praxis in Hamm.

Marlene Stelte-Schmökel, Bielefeld

Diplom-Sozialpädagogin, Systemische Familientherapeutin (Dgsf), Systemische Supervisorin (IFW, SG). Langjährige Tätigkeit in der ambulanten Drogenhilfe. Freiberuflich tätig in Bielefeld in eigener Praxis in den Bereichen psychosoziale Beratung, Therapie, Coaching, Supervision, Fort- und Weiterbildung. Lehrtherapeutin und Supervisorin am ifs in Essen und in der LWL-Koordinationsstelle-Sucht in Münster.

 

Schulverweigerung, School refusal (Irit Shor-Sapir)

The workshop deals with the phenomenon of school refusal, a phenomenon that increases rapidly nowadays among children and adolescents. It deals with the reasons of school refusal, the characteristics of children with school refusal, the risks involving dropping out of school etc. The central part of the lecture will deal with the NVR treatment for school refusal.

Parent-teacher alliance

The purpose of this lecture is to emphasize the importance of the relationship and communication between the parent and the teacher of the problematic child.
Also we will try to demonstrate how to create such an alliance.

Irit Shor-Sapir

Schneider Kinder Krankenhaus - Petah Tikvah, Israel

 

Elterliche Stärke durch die Kraft der Rolle
Einführung in die Systemische Methode dasFamilienhaus nach Engel&Klotmann (Gabriele Engel, Ursula Klotmann)

Die Methode dasFamilienhaus verwendet das Bild eines Hauses als Metapher für die Familie und die Stockwerke und Zimmer dieses Hauses als Metaphern für die Beziehungen der Einzelnen zueinander und zu sich selbst.
Durch das Visualisieren und Strukturieren können Rollen, Aufgaben, Bedürfnisse und Erwartungen sowie wichtige Themen, Problemlagen und Konflikte der verschiedenen Familienphasen anschaulich und verblüffend einfach den jeweiligen Beziehungsebenen zugeordnet werden. In ihrer Klarheit hilft diese Methode den BeraterInnen, Eltern in ihrer Rolle und den entsprechenden Aufgaben zu stärken und die Elterliche Präsenz adäquat in die Eltern-Kind-Beziehung einzubringen.
Die Einrichtung eines jeden Familienhauses wird individuell mit den Klienten entwickelt und Ziele und mögliche Lösungen werden auf den verschiedenen Beziehungsebenen sichtbar gemacht.

Gabriele Engel, 67434 Neustadt

Jugend- und Heimerzieherin, Psychotherapeutin (HPG), Systemische Familientherapeutin (IFW, SG), Systemische Supervisorin (IFW,SG), Systemische Kinder- und Jugendtherapeutin. Institut für Systemisches Denken und Handeln Engel & Klotmann.

Ursula Klotmann, 67434 Neustadt

Dipl.-Päd., Lehrerin, Systemische Familientherapie, Systemische Supervision. Elternkursleiterin und Multiplikatorentrainerin für Elternkurse des Deutschen Kinderschutzbundes. Lehrbeauftragte an der Universität Koblenz-Landau. Institut für Systemisches Denken und Handeln Engel & Klotmann.

 

Eine Ankündigung für eine Ankündigung (Ruth Tillner)

Im beruflichen Alltag von Sozialpädagogischen Familienhilfen, ambulanten Diensten etc. ist die Einbeziehung von Vätern in den zu betreuenden Familien nach wie vor oftmals nicht einfach. Mütter sehen eher die Notwendigkeit, dass sich das destruktive Verhalten von Kindern verändern muss - nicht zuletzt, weil sie selbst destruktiven Situationen im Alltag ausgesetzt sind und nicht in der Lage sind zu handeln. Die Not der Mütter wird von den Vätern nicht ernst genommen, sondern es finden oftmals fatale Triangulationen innerhalb der Familien statt. „Da muss ich ja an zwei Fronten kämpfen" ... ist die Aussage der Mütter bzw. Ehefrauen.
In diesem Workshop wollen wir uns damit beschäftigen, dass die Frauen in den zu betreuenden Familien erst einmal eine Handlungsebene ihren Männern gegenüber finden können - via einer Ankündigung - um später diese alleine oder sogar mit Unterstützung des Vaters gegenüber den Kindern formulieren und durchführen zu können ... Diese hierfür notwendige Haltung lässt sich auch auf andere Systeme übertragen, in denen es gilt, als Erwachsene zu Erwachsenen zu agieren und wieder eine Handlungsebene zu entwickeln.

Ruth Tillner, Osnabrück

Dipl.-Soz.Päd, Systemische Familientherapeutin, Supervisorin und Mediatorin. Langjährige Tätigkeit als Dipl.-Soz.Arbeiterin/Pädagogin in verschiedensten sozialen Feldern. Seit 1996 in eigener Firma - „TillnerConsulting" - tätig. Schwerpunkte sind Konfliktmanagement, Mediation, Supervision, Coaching, Systemisches(Eltern-) Coaching, Teamentwicklung und Führungskräftetraining. Zusammen mit Wolfgang Tillner und Martin Lemme werden in der „Systemischen Akademie Bramsche" Zusatzausbildungen in Systemischer Familienberatung und Mediation angeboten, sowie Aufstellungsarbeit.

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