Systhema - Heft 1 - 2010
VORWORT
Hans Schindler S. 4
ORIGINALBEITRĂGE
Renate Semken, Bianca Weber:
Das Konstrukt âHilfeverlauf" im Therapeutischen Einzelwohnen Mobile -
... von der VerselbststÀndigung junger Menschen in einer systemischen Einrichtung
S. 5-17
Zusammenfassung
Dieser Artikel beschreibt die praktische Arbeit des Projektes âMobile" mithilfe des theoretischen Konstruktes âHilfeverlauf" im Rahmen der stationĂ€ren Jugendhilfe. Das Angebot richtet sich an junge Menschen zwischen 16 und 27 Jahren sowie an ihre Familien. Das Zusammenwirken von Systemischer Therapie und PĂ€dagogik ist dabei zentral. Es werden Anregungen gegeben, ĂŒber unterschiedliche Phasen in einer stationĂ€ren Hilfe nachzudenken und deren Bedeutung fĂŒr die Familien zu nutzen. Hilfreich dabei ist die Arbeit mit Ritualen, MarkierungsgesprĂ€chen und dem Reflektierenden Team, die kurz vorgestellt wird.
Summary
This article describes the practical work of the project "Mobile" and its theoretical framework within the stationary youth welfare service. The program addresses young people between 16 and 27 years and their families. The combination of systemic therapy and social work is central for the concept. Suggestions are made to consider the different stages of the stationary support and to utilize their different meanings for the families. The implementation of rituals, marking interviews and reflecting teams is also valuable in this context.
Haja (Johann Jakob) Molter:
Systemisches Denken und Handeln im Kontext von Jugendhilfe und Heimerziehung
S. 18-24
Zusammenfassung
In diesem Artikel beschreibt der Autor seinen persönlichen Bezug zum Thema. Danach fĂŒhrt er aus, wie die Dichotomie zwischen Herkunftsfamilie und Jugendhilfe aus systemischer Sicht zu ĂŒberwinden ist. Er greift die Voraussetzungen auf, die durch das KJHG seit 1990 als gesetzliche Grundlagen geschaffen wurden, und erlĂ€utert dann die systemischen Konzepte -âProblemsystem" und âsoziale Systeme" als mögliche Handlungsrahmen fĂŒr Mitarbeiter der Jugendhilfe. Zum Abschluss formuliert er systemische Empfehlungen fĂŒr die Praxis, die sich aus unterschiedlichen familientherapeutischen und systemtheoretischen AnsĂ€tzen speisen, und weist auf die grundsĂ€tzliche Bedeutung der Konzepte Selbstwert und WertschĂ€tzung als Voraussetzung einer systemischen Haltung hin.
Summary
This article deals with the author's personal relation toward the subject. Then he describes how to overcome with a systemic approach the dichotomy between the family of origin and youth welfare service. He refers to the legal requirements what have been created by the Children and Youths Assistance Law (KJHG) since 1990. Further he explains the systemic concepts of "problem system" and "social systems" as possible conceptual framework for action. Finally are suggestions formulated based on different approaches of family therapy and systemic theories that concern the practice of youth welfare. The article closes with referring to the importance of the concept of Self Esteem and appreciation for systemic thinking and acting.
Rudolf Klein:
Ăberlegungen zum VerhĂ€ltnis von suizidalen Handlungen und sĂŒchtigem Trinken aus systemischer Sicht
S. 25-42
Zusammenfassung
Der Artikel beschĂ€ftigt sich mit dem möglichen Zusammenhang zwischen suizidalen Handlungen und sĂŒchtigem Trinken. Der Autor widmet sich zunĂ€chst der allgemeinen Fragestellung, was wir wissen können, und illustriert die RelativitĂ€t unseres Wissens anhand historisch bedingter VerĂ€nderungen im Hinblick auf suizidale Handlungen. In einem zweiten Schritt beschreibt er spezifische existenzielle Fragestellungen, fĂŒr die Menschen Antworten finden mĂŒssen - diese aber nicht notwendigerweise finden. AnschlieĂend werden auf der Basis ritualtheoretischer Ăberlegungen mögliche ZusammenhĂ€nge zwischen existenziellen Fragen, suizidalen Handlungen und sĂŒchtigem Trinken dargestellt. Dabei werden suizidale und sĂŒchtige Verhaltensweisen als plausible Reaktionen auf spezifische Kontextbedingungen begriffen. Der Artikel schlieĂt mit systemtherapeutischen Ideen fĂŒr den Umgang mit suizidalen Menschen, die sich auch fĂŒr die Arbeit mit sĂŒchtig Trinkenden als hilfreich erwiesen haben.
Summary
The article deals with the possible connection between suicidal behaviour and addicted drinking. The author deals first with the question how the assessments about suicide have developed in different historical epochs. Going on he describes the importance of questions of human existence according to the life themes of addict drinking and suicidal patients. Afterwards on the base of ritual-theoretical considerations possible connections are shown between questions of human existence, suicidal behaviour and addicted drinking as plausible reactions to specific context terms. The article closes with systemic ideas which may support the therapeutical process.
ilke Crone, Petra Girolstein, Susanne Quistorp:
FĂŒhrung in unsicheren Zeiten - Entschiedenes PlĂ€doyer fĂŒr ein neues AutoritĂ€tsverstĂ€ndnis
S. 43-55
Zusammenfassung
Der Beitrag versucht einige wesentliche Aspekte eines anderen VerstĂ€ndnisses von FĂŒhrung zu beschreiben. Der Schwerpunkt liegt dabei auf denjenigen Komponenten von FĂŒhrung, die vor allem durch die FĂŒhrungskraft selbst beeinflusst und gesteuert werden können. Wir folgen hierbei der Hypothese, dass gerade in turbulenten, unsicheren Zeiten so etwas wie StabilitĂ€t, Sicherheit und PrĂ€senz in den handelnden Personen selbst gefördert und entwickelt werden muss, um die Chancen fĂŒr das Gelingen von VerĂ€nderung und die BewĂ€ltigung von Krisen zu erhöhen. Wir orientieren uns an einem neuen (anderen) AutoritĂ€tsverstĂ€ndnis, welches auf physische PrĂ€senz, innere Werte und UnterstĂŒtzung im System setzt.
Summary
This article tries to describe a different understanding of todays leadership. The main aspects pointed out are dedicated to the leading person himself. We are following the hypothesis that in times of turbulences, unsafety and instability the most important thing to be developed should be selfesteem, security and "personal presence" of the acting leader himself. This might erase coping strategies during times of change and crisis. Our orientation is given by a new understanding of authority based on physical presence, personal values and support.
INTERVIEW
Hans Schindler:
Die BrĂŒcke zur Ideologie nicht ĂŒberschreiten! -
Ein Interview mit Arist von Schlippe
S. 56-62
BERUFSPOLITISCHES
Hans Schindler:
In der wunderschönen Zeit âDazwischen" (2)
S. 63-67
WĂRDIGUNG
Ein Sys-Thema: Kurt Pelzer zum 60.
S. 68
REZENSIONEN
S. 69-88
NACHRICHTEN / WEINHEIMER KONTAKTE
S. 89-93
TERMINE / VERANSTALTUNGEN
S. 94-98
Systhema - Heft 2 - 2010
VORWORT
Cornelia Hennecke und Haja (Johann Jakob) Molter
S. 104
ORIGINALBEITRĂGE
Jim Wilson:
Engagement bei Kindern und Jugendlichen erwecken - Ein Theater der Möglichkeiten
S. 105-125
Zusammenfassung
Familientherapeutische AnsĂ€tze können in der Praxis sowohl inspirieren als auch einengen. Um Engagement bei Kindern und Jugendlichen zu erwecken, sollte man einen Kontext fĂŒr Improvisation bereitstellen, der Experimentieren und Ausprobieren neuer Ideen im Denken und Handeln erlaubt. Dazu gehört die Bereitschaft, ein Wagnis einzugehen, das von genĂŒgend Sicherheit getragen ist, um die Ressourcen jedes Kindes in der Therapie zur vollen Entfaltung zu bringen. Daran sollten sich Therapeuten in erster Linie orientieren. Die Metapher, Therapie als ein âTheater der Möglichkeiten" zu begreifen, ermutigt, eine Haltung einzunehmen, die jenseits von Orthodoxie spielerisches Handeln ermöglicht. Das lĂ€dt dazu ein, das âRepertoire" von Therapeuten und jungen Menschen mit einer handlungsorientierten Sprache und aktivem Handeln in der Therapie zu erweitern.
Summary
Engaging Children and Young People; A theatre of Possibilities
Family Therapy theories and approaches have both the capacity to inspire and constrain possibilities in practice. Engaging children and young people requires the creation of an improvisational context that allows for experimentation and novelty in both thinking and activity. Willingness to take a safe enough risk in order to fully expand the resources of each child in therapy is a key component of the therapist's orientation. The metaphor of therapy as a "theatre of possibilities" encourages an attitude of serious playfulness beyond received orthodoxies. This provides an invitation to expand the "repertoires" of both therapist and young person in the language of action, activity, and the spoken word in therapy.
Arist v. Schlippe:
RösselsprĂŒnge, Improvisation und die Möglichkeit des Andersseins
S. 126-129
Zusammenfassung
âRösselsprĂŒnge" sind die ZĂŒge beim Schach, die einer anderen Logik folgen als der der anderen Figuren. Diese âandere Logik" wird zum Ausgangspunkt dafĂŒr genommen, ĂŒber die Frage nachzudenken, wie Unvorhersehbarkeit, Improvisation und eine gewisse Unberechenbarkeit in therapeutische GesprĂ€che eingebracht werden können. Eine Reihe von Heuristiken fĂŒr die GesprĂ€chsgestaltung wird vorgestellt, verbunden mit der Warnung, zum einen nicht die Unvorhersehbarkeit so weit zu treiben, dass bereits diese erwartet wird, und zum anderen nie den stabilisierenden vertrauensvollen Rahmen zu vergessen, ohne den keine therapeutische Intervention gesetzt werden sollte.
Summary
Thinking of the chess game, one of the figures follows in it's moves different rules: the knight (in German we call it the âhorse"). It is able to jump over the line while all the other chess-pieces have to move straightforward. This âdifferent logic" is taken as starting point to think about the role of unpredictability and improvisation in systemic therapy and counseling. A series of different heuristics skills by taking the lead in the interview are presented. They are accompanied by a warning: never become predictable in a way that your unpredictability will be expected by the client, and always use any confusing intervention within the frame of a secure and trusting relationship.
Carl Whitaker und Gary M. Connell:
Die Infrastruktur der Familientherapie
S. 130-140
Zusammenfassung
Der Aufsatz zeigt, wie wir die Kernbestandteile der Symbolisch-Experientiellen Familientherapie verstehen. Der Begriff des familientherapeutischen Prozesses lĂ€sst sich u. E. am besten durch die eigenen Phantasien, Metaphern und Geschichten vermitteln. Der Aufsatz soll die Leser anregen, sich ĂŒber ihre Verantwortung als Familientherapeuten Gedanken zu machen.
Summary
The Infrastructure of Family Therapy
This paper represents our understanding of the abstract core ingredients for Symbolic-Experiential Family Therapy. We believe that the best way to convey our understanding of the family therapy process is through the sharing of our fantasies, metaphors and stories. We hope that this paper will generate ideas for the reader concerning your responsibility for conducting family therapy.
Lauren Z. Schneider:
Eco-Dreaming: Die ErzÀhlung vom Wal
S. 141-147
Zusammenfassung
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Summary
What happens when a psychotherapist skilled in dreamwork finds that symbols can have significance not only fort he individual dreamer but for the human species and the planet? In relating a dream of her own, L. Z. Schneider shows us, for example, that the imaginal movements of giants of the oceanic depths may signal not only to her but to the people around her. And she argues that attending to dreams collectivily may help a society work through critical issues, a principle that humans in other times and places have lived by.
Thomas KlĂŒtsch:
Systemtherapie und MitgefĂŒhl - eine Frage der Begegnung jenseits von Sprache
S. 148-158
Zusammenfassung
Der Artikel setzt sich mit dem affektiven Erleben in therapeutischen oder kommunikativen Prozessen auseinander, welches hĂ€ufig grundlegend fĂŒr die Bereitschaft ist, dem GegenĂŒber offen zu begegnen, sich weitergehend einzulassen oder Sichtweisen zu verĂ€ndern. Dieses Erleben findet jenseits von Sprache oder nonverbaler Kommunikation statt und lĂ€sst sich mit dem Begriff der Empathie nicht erfassen und beschreiben. Ich verstehe dieses Erleben in Momenten der Begegnung als wahres MitgefĂŒhl, welches zur gleichen Zeit auf der einen Seite eine affektive Rahmung mit meinem GegenĂŒber und auf der anderen Seite einen Zugang zu mir und meinen innersten GefĂŒhlen bedeutet.
Summary
This article deals with the affective experience in therapeutic or communicative processes which is often essential for the willingness to face the counterpart openly, to get further involved with someone or to change his perception. This experience occurs beyond speech or nonverbal communication and cannot be described or captured by the terms of empathy. I understand this experience in moments of encounter as true compassion which at the same time means an affective framing with my encounter on one side and an access to me and my innermost feelings on the other side.
Johannes Holz:
Gemeinschaftliche Beratung - Ein GesprĂ€chsmodell fĂŒr Empowerment, Teamentwicklung und UnterstĂŒtzung in belastenden Lebenssituationen
S. 159-167
ERFAHRUNGSBERICHTE
Anett GroĂe:
Von der Ohnmacht zur StÀrke - Systemisches Arbeiten in der Opferhilfe
S. 168-172
Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag gibt einen Einblick in das systemische Arbeiten mit Betroffenen von Straftaten im Kontext der Opferhilfe. Es soll ein Bild entstehen ĂŒber die Etablierung des Arbeitsfeldes der Opferhilfe im Bundesland Sachsen, als einmaliges Projekt in dieser Struktur deutschlandweit. Im Jahre 2008 konnte die Opferhilfe Sachsen e.V. ein Zeugenbegleitprogramm ins Leben rufen, welches Zeugen von Straftaten die Möglichkeit eröffnet, sich vor dem Strafprozess zu informieren und gegebenenfalls begleiten zu lassen.
Im Rahmen der Gesamtdarstellung des Projektes wird der Fokus auf das systemische Arbeiten mit Zeugen und Zeuginnen von Straftaten gelegt. Die Zeugenaussage vor einem Amts- oder Landgericht ist die Pflicht eines jeden StaatsbĂŒrgers. Oftmals ist zwischen der Straftat und der Zeugenaussage viel Zeit vergangen (bis zu 1 1/2 Jahren). Der Verarbeitungsprozess hat lĂ€ngst eingesetzt und vor allem die sogenannten âsensiblen Zeugen" können sich eine weitere Konfrontation mit dem Geschehenen nicht mehr vorstellen. Es kommt zu akuten Angstreaktionen und der Wiederholung von Symptomatiken, die sie nach der Straftat erlebt haben (Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Flash-backs u. a.)
Die Interventionen, die aus der Erarbeitung der Methode hervorgegangen sind, haben sich in der Arbeit mit Zeugen, die vermehrt Angstreaktionen aufweisen, bewĂ€hrt. Es ist ein Versuch, systemisches Arbeiten und traumatherapeutische Elemente zu verbinden. Durch die Anwendung einer Skalierungsfrage wird fĂŒr die Zeugin erfahrbar, dass sich durch die Intervention das AngstgefĂŒhl reduziert, was in der Folge wiederum zu einer sichereren Zeugin vor Gericht fĂŒhrt. Die Methode habe ich in meiner Ausbildung zur Familientherapeutin am Institut Weinheim erarbeitet.
Thorsten Isack:
Zwangskontext als Möglichkeit - Ein Erfahrungsbericht aus der Arbeit mit straffÀlligen Jugendlichen
S. 173-183
Zusammenfassung
Vor ca. sechs Jahren bin ich in die Arbeit mit jugendlichen StraftĂ€tern eingestiegen. Mein Arbeitgeber gab mir freie Hand bei der Konzeptentwicklung. Im Folgenden sah ich mich mit unterschiedlichsten Erwartungen konfrontiert. Meine eigene Erwartung war es, den Kurs so zu gestalten, dass meine systemische Haltung und Arbeitsweise sich darin wiederfindet. Nach fast 300 Teilnehmern ist dies ein Zwischenstand, den ich gerne Interessierten zur VerfĂŒgung stellen möchte. Ich erlĂ€utere den Rahmen und die Struktur des Kurses, beschreibe AblĂ€ufe und Methoden, mache AusfĂŒhrungen zum Klientel inklusive Fallbeispiele und ziehe mein persönliches ResĂŒmee.
Summary
Nearly 6 years ago I started my work with juvenile delinquents. My employer gave me plenty of rope by developing my own concepts. I was confronted with different expectations. For me it was most important, to create the course on my own systemic believes. Round about 300 juveniles later this is my intermediate result, which I would like to offer to other interested people. I explain the frame and the structure of the course, describe operations and methods, specify our clients including a short case study. At the end follows my personal résumé.
Ruth Nowak:
Paartherapie - immer wieder neu herausfordernd
S. 184-193
Zusammenfassung
Dieser Erfahrungsbericht beschreibt den bisherigen Entwicklungsprozess in meiner Arbeit von der Systemischen Beratung fĂŒr Einzelpersonen hin zum Beratungsangebot fĂŒr Paare. Dabei gehe ich im Besonderen auf die prozessunterstĂŒtzenden Möglichkeiten systemischer Methoden sowie auf die Begleitung durch Supervision ein.
NACHRUF
Rosmarie Welter-Enderlin 4.2.1935 - 4.4.2010
S. 194
DISKUSSION
Cornelia Tsirigotis;
Aus der Krise wachsen - ĂŒber Ressourcen und Resilienz
S. 195-196
Wolfgang Loth:
AutoritÀt als Zusammen Wirken
S. 197-202
REZENSIONEN
S. 203-208
SICHTWEISEN
S. 209-213
TAGUNGSBERICHT
WerkstattgesprĂ€che der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Systemische Soziale Arbeit (dgssa)
S. 214
ABSCHLUSSARBEITENBĂRSE
S. 215-217
TERMINE / VERANSTALTUNGEN
S. 218-223
Systhema - Heft 3 - 2010
VORWORT
Ursel Winkler
S. 228
ORIGINALBEITRĂGE
Uwe Hameyer:
Wie Schulen lernen
S. 229-240
Zusammenfassung
Eine qualitĂ€tsorientierte Weiterentwicklung von Schulen als lernende und selbstverantwortliche Organisationen ist erklĂ€rtes Ziel des Bildungsmonitorings der BundeslĂ€nder sowie internationaler Bildungsbestrebungen. Im vorliegenden Beitrag werden das Menschenbild, wesentliche BegrĂŒndungen und essentielle Inhalte einer modernen, als learning community agierenden Schule dargelegt. Ein differenziertes Methodenspektrum fĂŒr organisationales Lernen sowie zentrale Handlungsfelder von Wissensmanagement zeigen die Realisierungsmöglichkeiten auf.
Summary
A quality-based development of schools as learning organizations is an explicit target of the federal states in Germany as well as international education efforts. In this contribution the idea of man, substantial reasons and essential features of a modern, as learning community acting school which is conceived a learning community are stated. A differentiated spectrum for organizational learning as well as fields of knowledge management demonstrate ways to put this idea into action.
Eva Kaiser-Nolden:
Systemisches Change Management
S. 241-256
Zusammenfassung
Organisationen können als sich selbst organisierende soziale Systeme betrachtet werden. Dieser Artikel beschreibt sechs OrdnungskrĂ€fte fĂŒr die Verhaltens- und Interaktionsweisen innerhalb einer Organisation. Drei Beobachtungs-Ebenen und sieben relevante Kontexte werden fĂŒr die systemische Arbeit vorgeschlagen. Aus dem Prozess der Selbstorganisation in VerĂ€nderungen werden Arbeitsweisen fĂŒr systemische Organisationsentwickler abgeleitet.
Summary
Looking at organisations as self organising social systems, this article describes six forces that organise behaviour and interactions the way an organisation operates. Three observational levels and seven kinds of organisational context are being suggested for systemic work. Based on the process of self organisation during change, ideas for systemic OD consultants' work are explored.
Kristin Stier:
Bleiben wir auf dem Teppich unserer Möglichkeiten und hoffen, dass er fliegen kann
Systemisches Arbeiten in einer 5-Tage-Gruppe
S. 257-267
Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden Möglichkeiten systemischer Arbeit in einer stationÀren Jungenwohngruppe in der Kinder- und Jugendhilfe thematisiert. Der Einfluss und die Wirkung einer systemischen Grundhaltung und deren Methoden auf die Entwicklung der Arbeit mit den Systemen Team, Wohngruppe und Familie werden erlÀutert.
Summary
In this paper, possibilities of working systemically with a boys' residential group in child and youth welfare are addressed. The influence and effect of a systemic attitude and methods on the development of working with the three systems team, residential group, and family are discussed.
ERFAHRUNGSBERICHTE
Bernhard Jacob, Daniela Licata:
Die Methode von Marte Meo als Instrument zur Diagnostik und Entwicklung elterlicher FĂ€higkeiten im Zwangskontext Kinderschutz
S. 268-278
Zusammenfassung
Der Artikel gibt eine kurze EinfĂŒhrung in die Methode Marte Meo (Jacob). Eine Fallbeschreibung illustriert Möglichkeiten und mögliche Rahmenbedingungen des Einsatzes der Methode im Zwangskontext Kinderschutz. Ein Interview mit der betroffenen Mutter des geschilderten Falles gibt Einblick in die Sichtweise und Bewertung der Methode durch eine Rezipientin (Licata).
Kerstin Horngacher:
Meridian-Energie-Arbeit (MEA) und systemische Praxis
S. 279-286
Zusammenfassung
Dieser Artikel befasst sich mit einem Bereich der Energetischen Psychologie. Neben dem geschichtlichen Hintergrund und eigenen Erfahrungen mit âEmotional Freedom Techniques" erlĂ€utert die Autorin die Entwicklung ihres Ansatzes, der âMeridian-Energie-Arbeit". Ein Fallbeispiel illustriert, wie MEA in der Praxis eingesetzt werden kann. Leitend ist dabei die Frage, ob und wie MEA zur systemischen Arbeit passt.
Summary
This article deals with the field of Energy Psychology. The author describes the historical background, her own experiences and the creation of her approach "Meridian-Energie-Arbeit" (MEA). An example illustrates her work in practice. She closes with a reflection on how MEA fits in to the systemic approach.
IMPULSE
Stephan Theiling und Claudia Terrahe-Hecking:
Familienmedizinisches Curriculum: âPsychosomatische Grundversorgung" fĂŒr Ărzte
Die Kunst der Kooperation mit âPatienten", Familien und Institutionen im Kontext körperlicher Erkrankungen
S. 287-294
Zusammenfassung
Dieser Beitrag soll einen Einblick in einen Bereich der Ă€rztlichen Psychotherapie-Weiterbildung geben, und zwar den der âPsychosomatischen Grundversorgung". Die Rahmen-Vorgaben der BundesĂ€rztekammer sind von den Autoren im systemischen Sinne umgesetzt worden und werden als familienmedizinisches Curriculum am IF Weinheim angeboten: Ein weiteres Puzzleteilchen im Einzug systemischen Gedankenguts in die Krankenkassen-Versorgungslandschaft.
Akkreditierung von Fortbildungen des IFW
S. 295-296
DISKUSSION
Cornelia Tsirigotis;
Lösungsorientierte Haltung und Arbeit mit Kindern und (ihren) Erwachsenen - Und von der Verantwortung fĂŒr sprachliche Wirklichkeitskonstruktionen durch Titelgestaltung
S. 297-300
REZENSIONEN
S. 301-315
SICHTWEISEN
S. 209-213
TAGUNGSBERICHT
Lebenswandel als Dialog - Soziale Konstruktionen und systemische Praxis
17. Wissenschaftliche Jahrestagung der Systemischen Gesellschaft
vom 02. bis 04.09.2010 in Marburg
S. 316-318
Vom guten Leben in schwierigen Zeiten
Zehnte Jahrestagung der DGSF vom 15. bis 18.09.2010 in Heidelberg
S. 319-321
NACHRICHTEN / WEINHEIMER KONTAKTE
S. 322-327
TERMINE / VERANSTALTUNGEN
S. 328-331
SYSTHEMA JAHRESREGISTER 2010
S. 333-337



