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Systhema - Heft 1 - 2004

01-2004-Systhema

Themenschwerpunkt: Gruppen aus Systemischer Sicht

Nachruf auf Gianfranco Cecchin 

Haja Molter

Vorwort

Bettina Wittmund

Originalbeiträge

Axel Gerland:
Die therapeutische Gesprächsgruppe mit Paaren


Zusammenfassung:

In diesem Aufsatz beschreibt der Autor auf der Grundlage sprachphilosophischer und sozial konstruktionistischer Ideen zunächst ein systemisch narratives Konzept einer therapeutischen Gesprächsgruppe. Auf der Basis dieser Überlegungen arbeitet er im weiteren Verlauf mögliche Gesprächspositionen des Therapeuten einerseits sowie der Gruppenmitglieder andererseits heraus und kommentiert sie zum besseren Verständnis der Leser. Im letzten Teil veranschaulicht er seine konzeptionellen Vorstellungen anhand eines praktischen Exkurses einer Gruppentherapie mit Paaren. Der therapeutische Gesprächsprozess in der Gruppe wird mit einem Bericht aus einzelnen Sitzungen exemplarisch dargestellt.

Summary:

In the horizons of linguistic philosophy and social constructionist ideas first the author describes a systemic-narrative conception of a therapy conversation group. Based on these considerations the course of the conversation positions are outlined: on one hand those of the therapist and on the other hand those of the group members; for a deeper understanding additionally commented by the author. Finally, the description of a group therapy with couples illustrates the conception ideas developed in the beginning. The therapeutic conversational-process within the group is represented by a report of individual sessions.

Cornelia Hennecke, Robert Hennes:
„Wir sind die Experten für den Alltag!“ – Therapeutische Gruppenarbeit mit mehreren Familien bei ADS-Diagnose eines Kindes


Zusammenfassung:

Expertentum wird im Zusammenhang mit der Durchführung eines familientherapeutischen Projektes reflektiert, wobei die therapeutische Gruppenarbeit mit mehreren Familien und familientherapeutische Sitzungen mit der einzelnen Familie kombiniert werden. Die Besonderheit des Zugangs der Familien zu diesem Projekt ist dabei durch die ADS (Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom)-Diagnose bei einem Kind markiert.

Abstract:

This article introduces a project which combines systemic family therapy and systemic group therapy in supporting families with children suffering from ADHD. Its special quality is expanding the family therapeutic setting to therapy within a group of other families affected by the same problem. Shared expertise within the context of families and therapists is reflected. Concluding, the qualitative evaluation of the project offered in vivo-codes of participants‘ narratives which are used to outline these reflections from the users‘ perspective.

Cornelia Tsirigotis:
Gruppen mit Eltern behinderter Kinder – Störungswissen und elterliche Kompetenzen als Ressource in der Gruppe nutzen


Zusammenfassung:

Familien mit Kindern mit Behinderung oder Hörschaden organisieren sich um die Behinderung herum: Behinderung wird zum zentralen Gegenstand der Kommunikation. Lösungsorientierte Gruppentherapie ermöglicht, anders über Behinderung und Hörschaden zu sprechen und eine Palette neuer Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Anstatt auf Defizite zu fokussieren, betrachten lösungsorientierte TherapeutInnen Eltern als kompetent und im Besitz von Ressourcen. Indem sie Familien unterstützen, realistische Erwartungen über die kindlichen Fähigkeiten zu entwickeln und wohlgeformte Ziele und erste kleine Schritte zu konstruieren, richtet sich der Blick auf die Stärken des Kindes (und der Eltern).

Group Therapy with parents of disabled children – using Knowledge of Disorders and Parental Competences for developing Resources in Group

Abstract:

Families of children with disability or hearing loss often organize themselves around disability: disability becomes the “centerfold”-topic of communication. Solution-focused group counselling offers a helpful way for parents to talk in a new way about diagnosis and disability and to provide a variety of new possibilities. Rather than focusing on deficits, solution-focused therapists are looking on parents as competent and in possession of resources. Empowering families to develop realistic expectations of the child's abilities and to construct well-formed goals and little first steps changes the focus to child's strengths (and those of the parents as well).

H.-Ulrich Wilms, Claudia Mory, Volkmar Lützkendorf:
Angstbewältigung in der Gruppe oder Wozu brauchen wir Therapeuten?


Zusammenfassung:

Am Beispiel einer systemisch-verhaltenstherapeutischen Gruppe zur Behandlung von Angsterkrankungen möchten wir unser gemeinsam mit den Patienten entwickeltes Konzept eines interdisziplinären, lösungsorientierten Vorgehens erläutern und dabei vor allem solche, unserer Meinung nach hilfreichen Gruppenbehandlungs- und Selbstmanagementaspekte hervorheben, die es auch Patienten mit langen Erkrankungsdauern und einer Vielzahl fehlgeschlagener Behandlungsversuche ermöglichen, Wege aus der Erkrankung zu finden. Neben der besonderen Akzentuierung der therapeutischen Selbstmanagementanteile einschließlich einer Kommentierung aus Sicht eines Betroffenen, finden sich in dem Beitrag auch Hinweise darauf, wie es gelingen kann, trotz unterschiedlicher therapeutischer Ausrichtungen konstruktiv miteinander zu arbeiten.

Abstract:

An interdisciplinary group concept for the treatment of anxiety disorders is presented which combines a systemic therapy approach with cognitive behaviour therapy. We will especially focus on those aspects of self-management and group-therapy that we found to be helpful even for patients with a long history of illness and unsuccessful treatment approaches. Beyond these aspects which are commented by a co-author who suffered from an anxiety disorder himself, information and conceptual ideas can be found that were helpful to us in positively valuing our different therapeutic approaches as complementing resources

Bettina Wittmund, Manja Musikowski, Dagmar Schötz:
Veränderungsprozesse und systemische Gruppentherapie – die Sichtweise der Patienten


Zusammenfassung:

Im vorliegenden Artikel werden Ergebnisse einer im qualitativen Forschungsdesign durchgeführten Evaluation eines ambulanten systemischen Gruppenpsychotherapie-Projekts vorgestellt, das an der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie am Universitätsklinikum Leipzig entwickelt wurde. Ziel dieser Untersuchung ist es, sich dem durchgeführten Pilotprojekt aus Sicht der Teilnehmer zu nähern, dem Therapeutenteam ein praxisnahes Feedback zu ihrer Arbeit zu geben und die Ergebnisse der Psychotherapieforschung zugänglich zu machen. Es wurde versucht, das subjektive Erleben, die Erfahrungen und Einschätzungen der Gruppenteilnehmer mit dieser Form von Therapie zu erfassen, nachzuvollziehen und hinsichtlich der wahrgenommenen Wirksamkeit zu untersuchen. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Ergebnisse und der Diskussion hinsichtlich ihrer Bedeutung für die Weiterentwicklung systemischer Gruppentherapiekonzepte in der Praxis.

Abstract:

The paper describes the evaluation of a systemic group therapy pilot project conceptualized in the department of psychiatry of the Leipzig University hospital. Narrative interviews were conducted with group participants suffering from various psychiatric disorders. Qualitative data analysis was chosen to describe changes initiated by the group therapy process focusing on the patients´ perspective. Generally participants reported about high satisfaction with the project, however mentioned mainly structural issues to be optimized. Thus, the results are encouraging for further development of systemic group therapy in psychiatry.

Nils Greve, Katrin Herder, Christiane Schuchardt-Hain:
„Psychose hin – Psychose her“: Systemische Gruppenarbeit und Evaluationsgespräch mit psychoseerfahrenen Klienten


Zusammenfassung:

Der folgende Bericht beschreibt im ersten Teil „systemisch inspirierte“ Gesprächsgruppen für Teilnehmer mit Psychoseerfahrung, die zwei der Autoren (Katrin Herder und Nils Greve) in einem klinisch-gemeindepsychiatrischen Kontext entwickelt haben. Unser Ziel war es, diesen Klienten die Möglichkeit zu geben, über von ihnen gewählte Erfahrungen und Probleme miteinander zu sprechen. Im Gegensatz zu den so genannten „psychoedukativen“ Gruppen ist der Fokus also nicht auf „Krankheit“ und „Behandlung“ festgelegt; lediglich die Form des Gruppengesprächs soll den Besonderheiten der (aktuell oder früher) psychotischen Teilnehmer Rechnung tragen.

Christiane Schuchardt-Hain hat als ‚externe Moderatorin‘ ein Evaluationsgespräch mit dieser Gruppe durchgeführt, das wir im zweiten Teil darstellen. Sie befragte gegenwärtige und ehemalige Gruppenteilnehmer über ihre Erfahrungen in der Gruppe, ihre Meinungen und ihre Verbesserungsvorschläge zum Gruppensetting. Die Teilnehmer wurden als Experten für den persönlichen Nutzen angesprochen, den sie aus der Gruppe erfahren hatten. Aus diesem Gespräch erhielten die Gruppenleiter eine reichhaltige und hilfreiche Rückmeldung über ihre Arbeit mit Psychoseerfahrenen in Therapiegruppen.

Abstract:

In the context of a community mental health centre, the authors N. G. and K. H. developed systemic therapy groups for clients with psychotic problems and disorders. Starting from psychiatric concepts like the vulnerability-stress-theory of psychosis and the guideline of easy access (especially for clients with severe disorders and handicaps), the groups were designed according to systemic guidelines of co-creative conversation with multiple levels of reflexion (participants, therapists). The main intention was to give participants the opportunity to talk about experiences or problems of their own choice, in contrast to psycho-educative groups focussing on issues like “disorder” and “treatment”. The basic idea was to maintain a rather rigid setting of conversational rules in order to establish safety for the participants, allowing them to talk freely, with a low level of stress or anxiety.

The second part of the article describes a group conversation led by the third author, C. S.-H., who conducted interviews with present and former participants of the out-patient group, asking them about their experiences in the group, their personal opinions about the setting, and proposals for modifications. Addressing the participants as experts for the benefit they had from the group, the authors received a rich and helpful feed-back about their own ideas and their work with psychotic clients in group settings.

Diskussion

Wolfgang Loth:
Erziehungsberatung unter der Lupe – Eine Evaluationsstudie setzt Akzente

Cornelia Tsirigotis:
Ressourcen wirken – eine Gratwanderung zwischen wissenschaftlichem Anspruch, therapeutischem Alltag und einer Haltung, ohne die es nicht geht

Rezensionen

Tagungsbericht

Regina Jenniges und Michael Tute:
Systemische Supervision zwischen Macht und macht nix – Bericht über die Fachtagung der Systemischen Gesellschaft am 26./27. September 2003 in der TU Berlin

Weinheimer Kontakte / Termine / Veranstaltungen

Register Jahrgang 2003, Band 17


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