Systhema - Heft 1 - 2003
Vorwort
Cornelia Tsirigotis
OriginalbeitrÀge
Don Coles:
âBehinderung fordert heraus: Lösungsfokussiert mit Familien arbeitenâ
Zusammenfassung:
Im Rahmen von Beratung gibt es zuweilen die Auffassung, dass Arbeit rund um Behinderung qualitativ anders sei als alle andere Arbeit. BeraterInnen können sich selbst leicht handlungsunfĂ€hig machen beim Gedanken, sie mĂŒssten etwas Besonderes anbieten, wenn Behinderung im Spiel ist. Dieser Text beleuchtet Auswirkungen und Grenzen dieses Denkens, das Klienten ĂŒber ihre Zugehörigkeit zu einer klinischen Population definiert, und fordert BeraterInnen heraus festzustellen, was sie auf diesem Gebiet anzubieten haben. Der Text beschreibt den Nutzen eines lösungsfokussierten Rahmens mit Familien, die ein Kind oder einen Jugendlichen mit Behinderung haben. Einige Beispiele ĂŒber die Anwendung der Wunderfrage werden beschrieben mit der Feststellung, dass sich das Dilemma steigert, wenn Behinderungen lang andauernd und unverĂ€nderbar sind.
âThe Challenge of Disability: Being Solution Focused with Familiesâ
Summary:
There is sometimes a perception in the counselling field that work in the area of disability is qualitatively different from all other work. Counsellors can easily disqualify themselves from thinking they have anything to offer when disability is present. This paper highlights the effects and limitations of the sort of thinking which defines clients according to their membership of a particular clinical population, and challenges counsellors to consider what they have to offer in this area. The paper describes the utilisation of a solution focused framework with families who have a child or adolescent with a disability. Some examples of the use of the âmiracleâ question are described with a consideration of dilemmas raised where disabilities are long term and unchanging.
Arist v. Schlippe:
âChronische Krankheit im Kontext sozialer Systemeâ
Zusammenfassung:
Chronische Krankheit spielt sich nie in einem luftleeren Raum ab, sondern ist immer eingebettet in vielfĂ€ltige systemische ZusammenhĂ€nge. Dies ist die Kernaussage des folgenden Beitrages, der an einen Text von mir anschlieĂt, der in Heft 1/1999 der Systhema veröffentlicht wurde. Wieder werde ich mit einem Beispiel beginnen, um die zentrale Aussage zu illustrieren.
Erfahrungsberichte
Katharina Walckhoff:
âUm ein Kind groĂzuziehen, braucht man ein ganzes Dorf. Erfahrungsbericht aus der Arbeit mit gewaltbereiten Jugendlichenâ
Petra Girolstein:
â,Liebe ist ... wenn das Blut dampftâ. Junge Erwachsene mit geistiger Behinderung und SexualitĂ€t â ein sexualpĂ€dagogisches Projektâ
Renate Jegodtka:
âManchmal endet das Leben, bevor es richtig begonnen hatâ
Michael Tentler:
âUnterstĂŒtzung von NotfallhelferInnen nach dem Konzept des Critical Incident Stress Management. Erfahrungen am Beispiel Erfurtâ
Diskussion
Wolfgang Loth:
âTherapeutische Beziehungen empirisch gestĂŒtzt: Forschungskommission legt ihre Ergebnisse vorâ
Pick-Up: Zeitschriftenlese
Rezessionen
Abschlussarbeiten-Börse
Tagungsbericht
Weinheimer Kontakte
Termine / Veranstaltungen / Stellenanzeigen
Top
Systhema - Heft 2 - 2003
Vorwort
Hans Schindler - S. 116
OriginalbeitrÀge
Imke Urmoneit:
âSystemische Familientherapie am Pferdâ
S. 117â126
Zusammenfassung:
Seit ca. 10 Jahren arbeite ich in unterschiedlichen Kontexten mit geistig und/oder körperbehinderten, verhaltensauffĂ€lligen, entwicklungsverzögerten oder psychisch erkrankten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im heilpĂ€dagogischen Voltigieren und Reiten. Vor zwei Jahren habe ich mich mit einer âPraxis fĂŒr therapeutisches Reiten und systemische Beratungâ selbststĂ€ndig gemacht und verbinde dort das therapeutische Reiten mit der systemischen Beratung. Ăber diese Arbeit habe ich auch meine Abschlussarbeit zur systemischen Familientherapeutin geschrieben. Hier möchte ich einen kleinen Einblick in einige Aspekte meiner Arbeit und im Besonderen in den wertvollen Beitrag des Pferdes geben.
Summary:
This article describes the connection between therapeutical horse riding and systemic family therapy and counseling in the daily work. It centres around the discription of the effects on the horse and the effects on the parents and their children and its consequence for the counseling process of therapy.
Almute Nischak:
âDie (um die Herkunftsfamilie) erweiterte Biografie. Ethnopsychoanalytische und systemische Aspekte der Biografieforschungâ
S. 127â140
Zusammenfassung:
Ausgangspunkt dieses Artikels ist eine ethnologische Forschung in der âendlos weiten Wunschlandschaftâ der Toskana. Ich wollte ergrĂŒnden, weshalb Menschen dorthin auswandern und ob zwischen den Migrationserfahrungen der GroĂ- und UrgroĂeltern und dem Integrationsverhalten der Kinder dieser Familien ein Zusammenhang besteht. Dazu habe ich das âKonzept der (um die Herkunftsfamilie) erweiterten Biografieâ entwickelt, das auf einer generationenĂŒbergreifenden biografischen Perspektive basiert. Drei ausgewĂ€hlte Lebensgeschichten zeigen, dass das BewĂ€ltigen von Migration und Integration fĂŒr das Individuum â betrachtet man es im Spannungsbogen zwischen Familie und Kultur â auf den Weltbildern von Generationen aufbaut.
Summary:
The starting point of this article is an ethnological study of the âwide and endless landscape of desireâ of Tuscany. I wanted to explore why people emigrate there and if there is a correlation between the migration experience of the grandparents and great-grandparents and the way in which the children of these families integrate. For that reason I developed the âKonzept der (um die Herkunftsfamilie) erweiterten Biografieâ which is based upon a multi generational biographical perspective. The three chosen biographies show that the ways individuals come to terms with migration and integration are based upon the world view of generations â when viewed from the perspective of the tension between culture and family.
Hans Schindler:
âSystemische TherapeutInnen im Krankenkassensystemâ
S. 141â159
Zusammenfassung:
Anhand der Auswertung einer Fragebogenuntersuchung bei systemisch arbeitenden Kolleginnen und Kollegen wurde festgestellt, dass die Teilnahme am Krankenkassensystem nicht ohne Folge fĂŒr die TherapeutInnen bleibt. Vor allem das Schreiben der Berichte ĂŒber die KlientInnen zur Beantragung einer Psychotherapie wirkt âsozialisierendâ auf die KollegInnen. Mit der Entwicklung von Routine scheint sich die systemische SensibilitĂ€t zu verringern. Als systemisch arbeitender Mensch muss man sich immer wieder zwischen SelbstbeschrĂ€nkung und Regelverletzung entscheiden.
Summary:
Following the evaluation of a questionnaire answered by colleagues working as systemic therapists we found that the participation at the health insurance system has consequences for therapists. Especially the writing of reports about clients to apply for psycho-therapy has a âtellingâ effect. While developping a routine the systemic sensitivity seems to dwindle.
A systemic therapist has to decide over and over again, if he wants to restrict himself or if he wants to violate regulations.
Diskussion
Yitzhak Frankenthal:
âMeine palĂ€stinensischen Nachbarnâ
S. 160â162
Andreas Manteufel:
âNeurowissenschaften und Psychotherapie: Drei neue BĂŒcherâ
S. 163â166
Tanja Metzger und Miri Krell:
âAus dem Leben eines Tagebuchsâ
S. 167
Rezensionen
S. 168â193
Abschlussarbeiten-Börse
S. 194
Tagungsberichte
Die Gruppe lernt systemisch laufen. Bericht vom II. Forum ,Systemische Gruppentherapieâ in Langenfeld
S. 195â196
Kongressbericht zur Fachtagung der SG âWie lernen Organisationen?â am 23./24.5.03 in Köln
S. 197â199
10 Jahre SG â Bericht von der Mitgliederversammlung am 22.5.03 in Köln
S. 200â201
Anmerkung zur Mitgliederversammlung der SG am 22.5.03 aus der Sicht von Einzelmitgliedern
S. 202
Weinheimer Kontakte
S. 203
Termine / Veranstaltungen
S. 204â208
Systhema - Heft 3 - 2003
Vorwort
Ursel Winkler, S. 214
OriginalbeitrÀge
Haim Omer:
âGewaltfreier Widerstand im Umgang mit gewalttĂ€tigen Kindern mit Zwangsstörungenâ
S. 215-230
Zusammenfassung:
Im Gegensatz zu der herrschenden Meinung, wonach Kinder mit Zwangsstörungen nicht gewalttĂ€tig sind, stellte sich heraus, dass 20% der von Eltern als gewalttĂ€tig bezeichneten Kinder unter solchen Störungen litten. Diese kindliche Tyrannei zeigte sich in zwei Erscheinungsformen: Kinder, die versuchten, jeden Aspekt des Familienlebens zu diktieren, und Kinder, die sich in ihr Zimmer einmauerten und allen den Eintritt oder jegliche Ănderung ihres Territoriums verboten. Versuchen seitens der Eltern diese Bestimmungen herauszufordern wurde mit endlosem Schreien, absichtlicher Schlafverweigerung, Zerstörung von Familieneigentum, körperlichen Angriffen und Suiziddrohungen begegnet. Ein Programm von gewaltfreiem Widerstand wurde entwickelt, um mit der Aggression ohne Eskalation umzugehen.
Abstract:
In contrast to the accepted view that obsessive-compulsive children are not violent, 20% of the cases brought by parents with complaints of children violence were of obsessive-compulsive children. These children tyrannized their families in two ways: by attempting to dictate every aspect of family living or by immuring themselves in their rooms and forbidding any intrusion into or modification of their territory. The parents attempts to challenge these rulings were met by screaming for hours on end, intentional sleep deprivation (of the parents), destruction of family property, physical attacks, and threats of suicide. A program of non-violent resistance was evolved to deal with the aggressiveness in ways that avoided escalation.
Christian H. Sötemann:
âZirkulĂ€re Ressourcenerfragung und existenzielle Fundierung in der ambulanten Suchttherapieâ
S. 231-238
Zusammenfassung:
Der Autor untersucht zunĂ€chst die existenzielle Dimension von zirkulĂ€ren Fragen an Patienten und illustriert, rekurrierend auf Laing und Sartre, den identitĂ€tskonstituierenden Beitrag der Sicht des Anderen zum Selbstbild. Hieran anschlieĂend wird eine in der ambulanten Suchttherapie einsetzbare mögliche Folge von zirkulĂ€ren Fragen und hieraus hervorgehenden bzw. an Basisressourcen orientierten RĂŒckmeldungen hergeleitet und somit veranschaulicht, wie in diesem Kontext einem ressourcenorientierten Ansatz Rechnung getragen werden kann.
Christian H. Sötemann:
Circular resource questioning and existential founding in ambulant therapy of addiction
Abstract
First, the author investigates the existential dimension of circular questions and illustrates, recurring on Laing and Sartre, the contribution of the perspective of the other to the constitution of one's own self-image. Following that, a possible succession of circular questions and feedback based on the results of the former or orientated by basic resources is derived, serving to show how a resource-orientated approach can be applied in this context.
Aufstellungsarbeit im GesprÀch
Ursula Tröscher-HĂŒfner:
âPsychotherapeutische Methode oder Ideologie: Kritische Reflexionen zur Entwicklung der Aufstellungspraxis von B. Hellingerâ
S. 239-250
Zusammenfassung:
Die Autorin befasst sich in ihren AusfĂŒhrungen zunĂ€chst mit der Entwicklung der Methode des Aufstellens und deren Anwendung. Danach geht sie auf B. Hellingers Verhalten Frauen gegenĂŒber nĂ€her ein. Weitere Aspekte sind, inwiefern B. Hellingers Vorgehen sich an der systemischen Theorie (jeder konstruiert seine eigene Wirklichkeit) orientiert bzw. seine Arbeit als systemische Therapie zu verstehen ist. Im letzten Teil setzt sie sich kritisch mit B. Hellingers Aufstellungsarbeit mit TĂ€tern und Opfern auseinander.
Gunthard Weber:
âWie differenziert wollen wir uns miteinander auseinander setzen?â
S. 250-255
Michael Grabbe:
âWas hĂ€ltst du eigentlich von Hellinger?â
S. 256-263
Diskussion
Wolfgang Loth:
âEin Blick auf: ,Positive Psychologieâ
S. 264-276
Erfahrungsberichte
Ilke Crone:
âGewaltfreier Widerstand als FĂŒhrungsmodell oder ein ,Sit-in' in einer Abteilungsbesprechungâ
S. 277-280
Linde von Keyserlingk:
âSandspieltherapie mit Paarenâ
S. 281-287
Pick-Up: Zeitschriftenlese
S. 288-295
Rezessionen
S. 296-311
Abschlussarbeiten-Börse
S. 312-314
Nachrichten / Weinheimer Kontakte
S. 315-318
Termine / Veranstaltungen / Kleinanzeigen
S. 319-321



