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Systhema - Heft 1 - 2000

01-2000-Systhema

Vorwort

Haja Molter:
„Gutes Gelingen - 25 Jahre Institut für Familientherapie e.V. Weinheim“

Originalbeiträge

Helga Martini:
„Von der Kraft des Widerstandes oder: wie eine Behörde sich treu bleibt“

Zusammenfassung:

Mit In-Kraft-Treten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes im Jahr 1991 und dem dort hervorgehobenen Recht der Familien auf Beratung begannen zahlreiche kontrovers geführte Diskussionen über die Frage, ob es denn möglich sei, dass Mitarbeiter eines Jugendamtes als Mitarbeiter einer „Kontrollbehörde“ überhaupt in der Lage seien, einerseits Kontrolle auszuüben und andererseits gleichzeitig vertrauensvoll mit den hilfesuchenden Menschen beraterisch/therapeutisch zu arbeiten. Meine praktische Erfahrung zeigt, dass Systemische Familientherapie im Jugendamt durchaus ihren Platz findet als zusätzliches Angebot, aber auch in der Kombination mit Sozialarbeit.

Cornelia Tsirigotis:
„Ja oder Nein zum Cochlea-Implantat? Anwendungsmöglichkeiten systemischen Arbeitens in der Frühförderung hörgeschädigter Kinder“


Zusammenfassung:

Systemische Arbeitsweisen ziehen in unterschiedliche Arbeitsfelder ein. Hier wird der Nutzen systemischen Zugangs in der Frühförderung und Elternberatung bei hörgeschädigten Kindern gezeigt. Es geht um Themen wie Coping, medizinische Machbarkeit, Beratung im Spannungsfeld der Aufträge der beteiligten Institutionen. Ein systemisches Beratungskonzept gibt der Entwicklung von neuen Handlungsperspektiven Raum. Systemische und lösungsorientierte Arbeitsweisen werden auf die Elternberatung übertragen und mit Beispielen aus der Praxis verdeutlicht.

Ulrike Deetz, Alexandra Dithmer:
„Entwicklung eines Konzeptes zur ambulanten systemischen Gruppentherapie“


Gunhild Remus:
„Einführung des Reflektierenden Teams in einem Kurs für Psychosomatik am Institut für Psychosomatik und Psychotherapie“


Zusammenfassung:

Die Technik des Reflektierenden Teams ist eine Methode, die auf der Meta-Ebene ermöglicht, ein Interview unter verschiedenen Aspekten zu betrachten und sowohl dem Interviewer als auch dem oder den Interviewten verschiedene Sichtweisen aufzuzeigen. Dies kann sich auf den Inhalt oder die Form des beobachteten und gehörten Dialoges beziehen. Die Mitglieder des Reflektierenden Teams befinden sich wie die Interviewpartner im selben Raum, jeder kann jeden sehen und hören.

In der vorliegenden Arbeit wird der Versuch beschrieben, diese in der systemischen Therapie angewendete Technik in einem Kurs für Psychosomatik an der Medizinischen Fakultät der Universitätsklinik Köln einzuführen. Es wird aufgezeigt, wie die Studenten in Schritten an die fremde Technik herangeführt wurden und wie die Patienteninterviews abliefen.

In einem kurzen Fragebogen konnten die Studenten diese Technik bewerten. Zusammenfassend beurteilten sie diese beim Einüben von Patienteninterviews als sehr hilfreich.

Introduction of the Reflecting Team in a psychosomatic course at the Institute of Psychosomatic and Psychotherapie at the University of Cologne

Summary:

The technique used by the Reflecting Team involves a method that makes it possible to monitor various aspects of an interview on the meta-level and to show the interviewer and the interviewee(s) different view points. This can refer to the content or the nature of the dialog being monitored and listened to. The members of the Reflecting Team are in the same room as the interviewer and interviewees. Everybody can see and hear the others.

The present paper describes how we introduced the technique used in this systematic therapy to students of a psychosomatic course given at the Faculty of Medicine at the University of Cologne, Germany. It is shown how students were taught the new technique in stages and how patient interviews were held.

At the end, the students were given the opportunity to rate the technique by filling out a short questionnaire. In conclusion, they rated this method of practicing patient interviews as very helpful.

Holger Walther:
„Laßt mich altern! - Zusammenhänge zwischen fehlenden Entwicklungsaufgaben und der Lebens- und Partnerschaftsgestaltung schwuler Männer“


Zusammenfassung:

Trotz der unterschiedlichen sexuellen Orientierung und der damit verbundenen psychosexuellen Entwicklung sind die Entwicklungsaufgaben bei Heterosexuellen und Homosexuellen bis ins junge Erwachsenenalter nahezu identisch.

Während der Heterosexuelle an gesellschaftlich vorgegebenen Aufgaben reifen kann, fehlen diese für den gleichgeschlechtlich liebenden Mann. Findet er dafür Möglichkeiten in schwulen Zusammenhängen oder behindert das subkulturelle Umfeld seine Entwicklung?

In dieser schriftlichen Version eines Vortrags, gehalten auf der jährlich stattfindenden Fachtagung des Schwulen- und Lesbenzentrums in Köln (SCHULZ e.V.) soll die gesellschaftliche Situation, die Funktion von Subkultur und die Gestaltung von Partnerschaften für Antworten herangezogen werden.

Erfahrungsberichte

Susanne Kleuker:
„Die systemische Feuerwehr: Einsatz familientherapeutischer Techniken in einer Kinderklinik“

Zusammenfassung:

Seit mehreren Jahren arbeite ich in Kinderkliniken (zunächst als Kinderkrankenschwester, später als Psychologin) sowohl im stationären als auch im ambulanten Bereich. Immer wieder begegnen mir verschiedene Menschen- und Krankheitsbilder. Diese Ansichten beeinflussen die Interventionen aller Berufsgruppen, der Kinderkrankenschwestern, der Kinderärzte und auch der psychosozialen Mitarbeiter.

Manchmal enden Diskussionen darüber fruchtbar, manchmal werden sie als Arbeitsverweigerung wahrgenommen. Missverständnisse, mangelnde Kenntnis der Sichtweisen führen gelegentlich zu Kontaktabbrüchen sowohl zwischen den Berufsgruppen als auch zwischen diesen und unserem Klientel.

Die Ausbildung zur systemischen Familientherapeutin hat mir geholfen, meinen eigenen Standpunkt einzunehmen, Unterschiede deutlicher wahrzunehmen und meine Arbeit mit den Kindern und deren Familien anders zu gestalten. Die lösungsorientierte Kurzzeittherapie scheint mir zur Zeit eine hilfreiche Methode zu sein, sowohl den Auftrag der Eltern und als auch den der Ärzte zu berücksichtigen.

Dieser Erfahrungsbericht beruht auf einer Fortbildung für Ärzte im Sommer 1999 mit dem Ziel, meine Arbeit transparenter zu machen.

Cornelia Hennecke:
„ADS - Unternehmen lernende Familien. Erste Erfahrungen mit einem Familien-Gruppen-Projekt“

Zusammenfassung:

Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen mit und ohne Hyperaktivität (ADS - Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom) stellen ein zunehmend größeres Klientel im kindertherapeutischen Bereich dar.

In der familientherapeutischen Arbeit erleben wir, wie Kinder mit einer „anderen Art die Welt zu sehen“ (Hartmann 1997) jedes Mitglied der Familie herausfordern, sich auf individuelle Besonderheiten einzulassen, damit auseinanderzusetzen und gemeinsam immer wieder neue Lösungen für die anstehenden Fragen des Zusammenlebens in der Familie, der Schule etc. zu finden. Die dabei erlebte emotionale Herausforderung kann wohl am eindrucksvollsten von den Familien selbst beschrieben werden.

Bei der Arbeit mit einzelnen Familien überlegten wir, welche Möglichkeiten es für einen gemeinsamen Lernprozess geben kann. Im Ergebnis entstand das im Folgenden vorgestellte Projekt „ADS - Unternehmen lernende Familien“. Im Projekt arbeiten sieben Familien über einen Zeitraum von 12 Monaten zusammen. Parallel zu sechs Wochenendseminaren finden zehn begleitende Familiengespräche und Familientreffen statt, zu denen 2-3 Familien sich zwischen den Seminaren treffen. Mit Vor- und Nachbereitung ergibt sich ein Gesamtzeitraum von 18 Monaten. Die Arbeit im Projekt wird durch drei Familientherapeuten und eine Heilpädagogin begleitet.

Wir berichten über erste Erfahrungen.

Georg Seitz:
„Standortbestimmung einer Identität als Psychotherapeut“

Zusammenfassung:

Dieser Artikel entstand aus meiner Abschlussarbeit im Rahmen der Ausbildung am IFW, A&E. Er bietet keine neuen Erkenntnisse bezüglich systemischer Therapie, sondern veranschaulicht exemplarisch die Reflexion der eigenen Identität als Psychotherapeut. Im ersten Teil beschreibe ich prägende Einflüsse und fasse im zweiten Teil die daraus entstandenen therapeutischen Überzeugungen zusammen. Den Abschluss bildet die subjektive Einschätzung meiner therapeutischen Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten.

Jürgen Wolf:
„Ich singe mein Loblied“

Berufspolitische Perspektiven

  • Wissenschaftlicher Beirat Psychotherapie:
  • „Gutachten zur Systemischen Therapie als wissenschaftliches Psychotherapieverfahren“
  • Minderheitsvotum zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats
  • Stellungnahme der Arbeitsgemeinschaft für Systemische Therapie (AGST) zum Gutachten des Wissenschaftlichen Beirats
  • „Psychotherapie" über die Wissenschaftlichkeit der Systemischen Therapie“

Diskussion

Wolfgang Loth:
„Wer hat Angst vor Systemischer Therapie? Von den Herausforderungen eines weit gewordenen Feldes“

Rezensionen
Nachrichten aus der „Systemischen Gesellschaft“

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