Systhema - Heft 1 - 1999
Originalbeiträge
Helga Martini:
„Mit Familie Gruber ins Land der 1001 Möglichkeiten“
Zusammenfassung:
Mit Inkrafttreten des Kinder- und Jugendhilfegesetzes im Jahr 1991 und dem dort hervorgehobenen Recht der Familien auf Beratung begannen zahlreiche kontrovers geführte Diskussionen über die Frage, ob es denn möglich sei, daß Mitarbeiter eines Jugendamtes als Mitarbeiter einer „Kontrollbehörde“ überhaupt in der Lage seien, einerseits Kontrolle auszuüben und andererseits gleichzeitig vertrauensvoll mit den hilfesuchenden Menschen beraterisch/therapeutisch zu arbeiten. Meinen Versuch, Sozialarbeit und Systemische Familientherapie im Jugendamt miteinander zu kombinieren, möchte ich als gelungen bezeichnen und hier beispielhaft dokumentieren.
Petra Girolstein:
„Das Kind ist da - was wird aus der Familie?
Systemische Sichtweisen rund um die Hebammenarbeit“
Revital Ludewig-Kedmi:
„Bewältigungsstrategien einer Holocaust-Familie“
Zusammenfassung:
Die Bewältigungsstrategien der Holocaust-Familie Mandel, in der beide Elternteile verfolgt wurden, sollen hier im Spiegel des systemischen Ansatzes analysiert werden. Die Analyse verdeutlicht, wie traumatische Erlebnisse, die einzeln erlebt wurden, in der Partnerschaft zu gemeinsamen Erinnerungen werden und gemeinsam verarbeitet werden können. Sie zeigt die Rollenverteilung in der Partnerschaft und deren (unbewußte) Motive, insbesondere die Bedeutung der tabuisierten Frage ,Wer hat mehr gelitten'. Die Analyse der Delegationsprozesse an den Sohn und die Tochter veranschaulichen zwei zentrale Delegationsthemen, die Thematisierung des Holocaust und die Frage des Wohnortes: Israel oder Deutschland. Weiterhin werden in der Familie Konflikte, die mit Rachegefühlen gegenüber den Tätern verbunden sind sowie mit dem Problem ,Treue versus Selbsterhaltung', von der ersten auf die zweite Generation tradiert. Abschließend werden mögliche Implikationen für die therapeutische Arbeit mit traumatisierten Opferfamilien diskutiert.
Haja Molter:
„Weise in Beziehungen oder ,Beziehungswaisen'.
Systemische Therapeutinnen und Therapeuten im Spannungsfeld von Neutralität und Affekt“
Arist v. Schlippe:
„Sprachliche Umwelten körperlicher Erkrankungen.
Ein Beitrag zu einer systemischen Familienmedizin“
Dietrich Schwanitz:
„Polemik. Ein Familienkonflikt“
Werkstatt- und Erfahrungsberichte
Ursula M. Tröscher-Hüfner:
„Ungleiche Einkommensverhältnisse bei Paaren und welche Dynamik sie auslösen können“
Mohammed El Hachimi:
„Homo Konfliktus“
Inge Singer-Rothöft, Jürgen Singer:
„Weinheimer Gespräch: Drei mal drei ist zehn - Systemische Perspektiven im Schulalltag“
Tina Funk:
„Rückmeldung über die schulinterne Fortbildung ,Drei mal drei ist zehn'...“
Cornelia Tsirigotis:
„3 x 3 = 10 oder: Von einer, die auszog, um bei einem Weinheimer Gespräch den Stein der Weisen zu finden“
Aus den Vorständen / Institutionsnachrichten
- Nachricht aus Vorstand und Team
- News - Nachrichten aus dem Mitgliederverein
- Weinheimer Preis zur Förderung systemischer Praxis
- 20-jähriges Jubiläum
