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Systhema - Heft 1 - 2007

01-2007-Systhema

Vorwort

Haja (Johann Jakob) Molter, S. 4

Themenschwerpunkt: Biografiearbeit – systemisch gesehen

Einführung, S. 5

Originalbeiträge

Almute Nischak:
„Endlich Antwort auf die Frage, wessen Tochter ich bin“. Systemische Erinnerungs- und Biografiearbeit im öffentlichen Raum

S. 6-18

Zusammenfassung:

Anhand persönlicher Erinnerungen zum Umgang ihrer Familie mit dem Nationalsozialismus thematisiert die Autorin den Zusammenhang zwischen der Entwicklung ihrer persönlichen und beruflichen Identität. Beide Prozesse nehmen Einfluss auf ihre Haltung und ihre gegenwärtige Praxis im Kontext systemischer Erinnerungs- und Biografiearbeit im öffentlichen Raum, das sind Erzählcafés, Podiumsveranstaltungen mit Zeitzeugen und die Gründung der Tübinger Erinnerungswerkstatt.

Summary:

Based on her own memories of her family's dealing with Nationalsocialism, the author chooses as her subject the connection between the development of her personal and her professional identity. Both processes have had an important influence on her attitude and her present field of work: systemic work with memories and biography in a public context, i.e. 'Erzählcafés' (talk cafés), panel meetings with eye-witnesses and establishing the 'Tuebinger Erinnerungswerkstatt' (Tuebingen memory workshop).

Thomas Schollas:
„Erzähl mir vom Krieg, erzähl mir vom Frieden“. Kriegszeiten erinnern - Erinnerungsarbeit im öffentlichen Raum

S. 19-30

Zusammenfassung:

Erfahrungen im Krieg sind häufig extrem belastend, manchmal traumatisierend. Wie erinnert sich ein Mann 60 Jahre nach Kriegsende an das Erlebte? Welche Erzählmuster und Bewältigungsmuster sind erkennbar? Neben einem biografischen Interview beschreibt der Autor, was es aus seiner Erfahrung im Blick auf Erinnerungsveranstaltungen im öffentlichen Raum zu bedenken gilt.

Abstract:

War experiences are often highly painful and sometimes traumatizing. How does a man remember them 60 years after the end of the war? Which patterns of narration and coming to terms with this experience can be found? The first part consists of a biographical interview, the second reflects my own experience with memorial meetings for a broader public.

Elisabeth Christa Markert:
Rituale des Erinnerns. Auschwitz - ein Ort des Gedenkens

S. 31-43

Zusammenfassung:

Auschwitz ist ein ganz besonderer Ort der Erinnerung und des Gedenkens. Der Beitrag schildert meine persönlichen tiefen Erfahrungen in Begegnungen mit Auschwitz. Einmal bei einer „Erkundungsreise“ zu zweit, gemeinsam mit einer Freundin und Kollegin, und ein zweites Mal auf der solchermaßen vorbereiteten Studienreise als Leiterin einer Gruppe von Frauen. Als Theologin und Systemische Therapeutin mit dem Schwerpunkt Biografie- und Erinnerungsarbeit reflektiere ich mein Erleben und unser gemeinsames Anliegen, Fragen nach eigenen transgenerationalen Verbindungen zu beantworten und unser Vermächtnis von Schuld und Verantwortung mithilfe von Symbolen und Ritualen zu tragen.

Abstract:

Auschwitz is a very special place of remembrance and commemoration. My article reflects my own deep experience with Auschwitz. I was in Auschwitz twice; the first was a private visit with a friend and colleague to prepare the second visit with a study group of women. As a theologian and systemic therapist, I specialize on biographies and remembrance and I deal with reflecting my own memories and our common concern with questions of transgenerational relations and coping with our heritage of guilt and responsibility by means of symbols and rituals.

Heidrun Girrulat:
Erinnerung als Bestandteil der Trauerbegleitung und Traumaarbeit. Chancen und Risiken

S. 44-55

Zusammenfassung:

Trauerprozesse gestalten sich bei jedem Betroffenen einmalig und individuell. Im Umgang mit ihnen gibt es kein „Richtig“ oder „Falsch“. Im Folgenden werde ich auf die Chancen und Risiken eingehen, die Erinnerungsarbeit mit Trauernden und Traumatisierten birgt.

Mein besonderes professionelles Interesse gilt den Auswirkungen oft zu Recht verdrängter Trauer auf die Betroffenen und ihre Nachfolgegenerationen. Hierbei beziehe ich meinen eigenen Trauerprozess als verwaiste Mutter mit ein.

Abstract:

Mourning processes take individual shape in everyone concerned and there is no right or wrong way to grieve. The focus here is on chances and risks of biography work with clients affected by mourning and trauma. A particular stress is layn upon the implications of suppressed mourning on those who are affected and the following generations. Aspects of my own mourning process as an orphaned mother are also included.

Ruthard Stachowske:
Erinnerung und Biografie - oder die Erinnerung in der Biografie

S. 56-69

Zusammenfassung:

Der Autor reflektiert die Erinnerung in der Biografie als faszinierenden Dialog zwischen dem Früher und Heute - im individuellen Leben ebenso wie im System der Generationen. Dabei wird die Zeitgeschichte als einflussreiche Größe in diesen Dialog eingeführt. Der Beitrag beruht auf einer jahrelangen Erfahrung in der Tätigkeit als Familientherapeut und im System der Generationen. Der Autor stellt auch seine eigenen Reisen zu den bis dahin nicht erinnerten Orten seiner Familiengeschichte in diesen Kontext und reflektiert seine persönliche Erfahrung.

Abstract:

Memory and biography give rise to a fascinating dialogue between the past and today. This dialogue takes place in personal life and also in multi-generational family systems. Here contemporary history is shown to be its crucial factor. Based upon a wide experience in the fields of family therapy and multi-generational systems the author also reports on his journeys to some important places of his own family-history and his personal experiences.

Herta Schindler und Brigitte Schiffner:
„Nimm deine Wurzeln und geh“. Biografiearbeit unter systemischer Perspektive in der Arbeit mit Adoptiv- und Pflegekindern und deren Eltern

S. 70-82

Zusammenfassung:

Wir haben einen Rahmen vorgegeben, der Sicherheit geboten hat, waren fürsorglich und haben ermöglicht, dass die Kursteilnehmer ihre Geschichten ohne Bewertung aufschreiben und vorlesen konnten. Methoden aus dem biografischen Schreiben gaben dabei Anregungen zum Erinnern und haben gleichzeitig ein Ausufern und das Wiederholen von schon immer so Erzähltem verhindert.

In der Atmosphäre von Offenheit und Vertrauen, die sich dadurch entwickelt hat, haben sich die Sozialarbeiter gezeigt, haben sich bewegen lassen und sind engagiert mitgegangen. Neue Sichtweisen und Perspektiven sind entstanden. Und das sind letztlich auch die Qualitäten, die sie für ihre Arbeit - nämlich Pflege- und Adoptivkinder und deren Familien bei der Wurzelsuche zu begleiten - brauchen.

Take your roots and walk
Biographical work from a systemic perspective in the work with adoptive and foster children and their parents - a further training for social pedagogues.

Abstract:

This article results from a further training for social pedagogues, who are working with adoptive and foster children and foster parents that took place in 2005. Initial point of the training was the question how adoptive and foster children and their parents can be supported in search of integration of the children's history The target was to bring across an understanding for the importance of this approach in relation to sustainability. Claim was also to give the specialists for adoptive and foster children services an input to strengthen their inner experience in relation to the necessity of biographical work and to bring into consciousness the perception of what has already been experienced. The process and the results of this further training shall be portrayed here.

Julio Mendivil:
Auch Lieder entwickeln soziale oder verpersönlichte Biografien

S. 83-89

Zusammenfassung:

Der Artikel argumentiert, dass sich musikalische Waren im Gebrauch in Instrumente für die Konstruktion von Kultur verwandeln und dadurch „eigene Biografien“ entwickeln. In Anlehnung an die These des indischen Ethnologen Arjun Appadurai von einer sozialen Biografie der Gegenstände werden Lieder hier als „lebensfähig“ betrachtet bzw. als Produkte, die nach einer Warenphase weitere Phasen erleben, in denen sie in bestimmte soziale oder individuelle Kontexte integriert werden. Diese Adaptationen der Lieder an verschiedene Situationen bilden das, was hier als „Biografie der Lieder“ präsentiert wird.

The Biography of Songs

Abstract:

This paper demonstrates that in being used musical commodities convert into tools for the construction of culture and develop their own biographies. Following the idea of the Indian anthropologist Arjun Appadurai about the social life of things songs are considered as „viable“ or rather as products that, after the commodity phase, experiment further phases, during which they are integrated into certain social or cultural contexts. It is these adaptations of songs to different situations what is meant by the term „biography of songs“.

Erfahrungsberichte

Bettina Fladung-Köhler:
Religiosität: Stiefkind in systemischer Ausbildung und Therapie? …

S. 90-100

Short Cuts

Eduard W. Müller:
Why is Charles always so unhappy?!

S. 101-105

Nachrufe

S. 106-110

Rezensionen

S. 111-124

Abschlussarbeiten-Börse

S. 125-126

Weinheimer Kontakte

S. 126

Termine/ Veranstaltungen

S. 127-130

Register Jahrgang 2006, Band 20


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