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Systemische Paartherapie – Seminarreihe 3x3 Tage

Wohl kein System fordert den/die TherapeutIn so sehr wie die Paare in der Beratung. Die Konstellation der „therapeutischen Dreierbeziehung“ knüpft bei allen Beteiligten an alte Bilder an. Es gibt Einladungen in vielfältigste Koalitionen und Loyalitäten – was auch durch die Hinzuziehung eines/einer KotherapeutIn nicht einfacher wird (nicht selten sogar im Gegenteil).

Es geht oft um elementare Empfindungen – von Liebe, Treue und Leidenschaft über Verstrickung, Eifersucht, Verletzung und Verrat bis zum manchmal tödlichen Hass. Und es wird nicht nur „über“ diese Empfindungen gesprochen, sondern sie sind immer wieder „live“ im Therapieraum. Die in ihnen gründende Kommunikation vollzieht sich oft mit einer Heftigkeit und Geschwindigkeit, die dem/der TherapeutIn den Atem rauben kann. So ist in der Paartherapie ein besonders hohes Maß an Kompetenz zur Prozesssteuerung von dem Therapeuten gefordert.

In der Seminarreihe soll erarbeitet werden, was der spezifische Beitrag des systemischen Modells zur therapeutischen Arbeit mit und an der Paarbeziehung sein kann. Wie können die Möglichkeiten genutzt werden, die quälende Form der Selbstorganisation, die das Paar für sich gefunden (oder erfunden?) hat, vorsichtig und liebevoll zu „verstören“ und das Paar anzuregen, neue Muster des gemeinsamen Umgangs zu finden? Wie können sie ihre Liebesgeschichte(n) neu erzählen, sofern nicht Trennung als die naheliegendere Lösung gesehen wird?

Die Live-Arbeit mit Paaren ist möglich und erwünscht (nach Voranmeldung bei einem der Lehrtherapeuten).

Diese Seminarreihe gilt als ein Wahlseminar aus dem Wahlbereich II.

1. Seminar: Das Paar als System

15. – 17. Februar 2012

  • Wie fängt/fing es an?
  • Jenseits des Kollusionskonzepts: Dynamik der Partnerwahl und -findung
  • Phasen der Paarentwicklung, „Sollbruchstellen“
  • Die Sehnsucht nach Ordnung und die Entstehung von Regelsystemen
  • Phasen des therapeutischen Prozesses

2. Seminar: Paartherapie – eine „Beziehung zu dritt“

4. – 6. Juni 2012

  • Die Einladung, „Stellenausschreibung“ an den Therapeuten
  • Die Rolle des „Dritten“ in der Paarbeziehung: Kinder, ein gemeinsames Projekt, die Arbeit, der/die Geliebte, Symptome
  • „Knackpunkte“ der Beziehung: Macht, Geld, Gender
  • Und natürlich: Sexualität – in der Beziehung, neben der Beziehung, ohne Beziehung oder anstatt?
  • Ohne „Nein“ in der Liebe kein „Ja“
  • Homosexuelle Beziehungen

3. Seminar: Unterschiede, die Unterschiede machen

19. – 21. November 2012

  • Wozu dient die Sprache bei Männern und Frauen?
  • Arbeit mit Ritualen
  • Erlaubte und unerlaubte Geheimnisse – und der Umgang damit
  • Investitionen in Partnerschaft, verdeckte Kontenführung und Ausgleich
  • Krisen in der Paarbeziehung
  • Partnerschaft und/oder Elternschaft?
  • „Vielleicht geht es ja auch nicht mehr“: Trennung als Thema, als Möglichkeit und als Weg
  • Einzeltherapeutische Arbeit in der systemischen Paartherapie – Tabu oder Möglichkeit?
  • … und mal was ganz anderes: Pflege von Paarbeziehungen
Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W021.1215.–17.02.12, 04.–06.06.12, 19.–21.11.12
Hagen Böser, Mohammed El Hachimi, Cornelia Hennecke
Königswinter
EUR 855,00 


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Grundlagen Systemisches Coaching / Systemisches Arbeiten in der Organisationsberatung

Coaching und Organisationsberatung bewähren sich für Systemische Therapeuten und Berater immer häufiger als zusätzliche interessante Arbeitsfelder, die sich im oder aus dem psychosozialen Kontext heraus eröffnen. Das Seminar bietet Gelegenheit, systemische Arbeitsmöglichkeiten im Bereich Coaching und Organisationsberatung kennenzulernen, den Einsatz systemischer Methoden und Techniken anzuwenden bzw. auszuprobieren und sich mit den Besonderheiten in diesen Einsatzbereichen auseinanderzusetzen..

Inhalte:

  • Begriffsklärung spezifisch systemisches Arbeiten im Coaching
  • Coaching als Problemlösungs- und Entscheidungshilfe
  • Erwartungen und Auftragsklärung der Kunden/Auftraggeber an Coach und Coaching
  • Prozessgestaltung im Feld Person – Aufgabe – Kontext
  • Tools und Kompetenzen zur Prozessgestaltung im Coaching
  • Professionelle Präsenz in komplexen Systemen
  • Entwicklung des eigenen Coach-Profils

Die Haltung einer partnerschaftlichen Kooperation auf der Basis eines geteilten Expertentums ist für einen erfolgreichen Arbeitsprozess im Coaching und in der Organisationsberatung bedeutsam. Wir laden ein, den gemeinsamen Erfahrungsaustausch für die Entwicklung einer individuellen Arbeitsweise zu nutzen sowie Schwerpunkte des eigenen Kompetenzprofils zu erarbeiten und zu reflektieren. Im Seminar kann hierfür das Resonanzfeld der Gruppe in vielfältiger Weise genutzt werden.

Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W022.1207.–11.05.12
Mohammed El Hachimi, Cornelia Hennecke
Horrem/Nähe Kerpen
EUR 425,00 


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Interkulturelle Systeme in Beratung und Therapie

Deutschland ist und war schon immer ein Land, in dem sich Menschen mit vielen unterschiedlichen kulturellen Wurzeln begegnet sind. Diese Begegnungen finden im Alltag, in der politischen Auseinandersetzung, aber auch in Beratung und Therapie statt. Sie bergen immer die Gefahr von Missverständnissen, Abwertungen, Abgrenzungen und Konflikten, aber auch die Chance von Begegnungen, gegenseitigem Lernen, Kooperation und Wertschätzung.

Die Gestaltung einer konstruktiven interkulturellen Begegnung in professionellen Kontexten verlangt sowohl von den BeraterInnen wie auch von den KlientInnen spezielle Lernprozesse, die auf den Ressourcen aller aufbauen. Für TherapeutInnen bedeutet das: Das Bewusstsein der eigenen Wurzeln, Grenzen, Stereotypen, Potenziale und die Neugierde auf das Andere muss für eine professionelle Unterstützung in der Arbeit mit Migrationsfamilien bzw. Menschen mit Migrationshintergrund entfaltet werden.

Es gibt die Gelegenheit, die Arbeit im Stadtteil und länderübergreifende Projekte „live“ kennenzulernen.

Lerninhalte und Themen dieses Seminars sind:

  • Auseinandersetzung mit den eigenen kulturellen Wurzeln und der eigenen Herkunft, mit Genogramm, Zeitlinie und anderen kreativen Gestaltungen, z. B. Bilder, Musik usw.
  • Interventionen, die sich in einem multikulturellen Setting besonders gut eignen
  • Umgang mit Sprache, Sprachbarrieren und Übersetzern
  • Familiäre Muster in bikulturellen Familien
  • Kulturelle Felder von psychosomatischer Symptombildung
  • Bedeutung von Wanderung, Flucht, Asyl und neuer Heimat
  • Bedeutung von Gewalterfahrung im Kontext von Herkunft und Gegenwart
  • Kooperation von BeraterInnen, Vernetzung, Initiierung von interkulturellen Projekten
  • Self-Care und Heilungsrituale
  • Spezielle Übungen zu ausgewählten Themen und an den Fallbeispielen der TeilnehmerInnen
Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W023.1218.–22.06.12
Mohammed El Hachimi, Gesa Jürgens
Köln
EUR 425,00 


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Leben ist leiden und lachen zugleich

Achtsamkeit, Akzeptanz und die Werte des eigenen Lebens (ACT + MBSR)

Das Leid als Leid akzeptieren, Entscheidungen treffen und danach handeln. Dies sind die therapeutischen Schritte von ACT (Acceptance and Commitment Therapy), einer neuen psychotherapeutischen Schule, die ihre Wurzeln in der Verhaltenstherapie hat, viele systemische Konzepte beinhaltet und von dort aus Achtsamkeitsübungen integriert.

Der MBSR-Ansatz (mindfulness based stress reduction) wurde seit 1979 durch Prof. Dr. Jon Kabat-Zinn und sein Team in Massachusetts entwickelt. Er hat mittlerweile in vielen therapeutischen und medizinischen Kontexten Fuß gefasst und konzentriert sich auf Veränderungen in der Reaktion auf Stress auslösende Erlebnisse. Regelmäßige Sitzmeditation, Yoga-Übungen und eine besondere Körperwahrnehmungsübung (Bodyscan) bilden hierbei die formale Praxis.

Beide Ansätze erweitern das systemische Arbeiten bei den Themen von Leid, Stress, Sinn und Schmerz. Aus den Gesundheits- und Krankheitskonzepten der Ansätze lassen sich Haltungen und Methoden für die praktische Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien und Gruppen ableiten. Durch inneren Abstand zur automatischen Reaktion auf Leid ist körperlicher wie psychischer Schmerz aushaltbarer und kann dadurch mitunter auch weniger werden. Hierzu gibt es mittlerweile eine beeindruckende Anzahl von Studien. Nicht die Symptomreduktion ist das Ziel, sondern das bewusste Erleben jedes Lebensmomentes, sei er angenehm, unangenehm oder neutral.

Im Seminar wollen wir Achtsamkeit, Wahrnehmen, Entscheiden und die Arbeit mit Werten in der therapeutischen und beraterischen Arbeit üben.

Selbstreflexionen, eigene Erfahrungen und Rollenspiele in den verschiedenen Settings machen beide Achtsamkeitsansätze erfahrbar und die Anwendbarkeit in der systemischen Arbeit deutlich …

… und bequeme Kleidung erleichtert in diesem Seminar die Übungen wesentlich.

Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W024.1220.–24.08.12
Hagen Böser, Tom Pinkall
Grasellenbach/Nähe Heidelberg
EUR 425,00 


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Lösungs-Mittel: Sprache

Wie das Sprechen in Therapie und Beratung Probleme macht und löst

Sprache ist nicht nur in Therapie und Beratung wesentliches „Beziehungswerkzeug“. Jeder Mensch entwickelt im Laufe seines Lebens eine ihm eigene hochindividuelle Sprache. Mit dieser Eigensprache gestalten wir die Begegnungen mit anderen Menschen und vermitteln unsere Weise, die Wirklichkeit wahrzunehmen. Sprache meint dabei nicht nur das Wort, sondern auch die Stimme sowie das nonverbale Sprechen von Menschen. Wir können Dinge betonen, dramatisieren, gestikulieren und beschwichtigen. All dies geschieht schnell und meistens unbewusst.

Je klarer wir einen Blick und ein Ohr für die Eigensprache des Gegenübers haben, umso besser können wir Gespräche im Sinne des Klienten sich entwickeln lassen. Menschen öffnen sich, wenn sie sich in ihrer Sprache gehört fühlen. Sprache kann so jederzeit zum „Lösungs-Mittel“, aber auch zum „Problem-Kleber“ werden.

In der Weise, wie wir fragen oder beschreiben, liegt eine entscheidende Kraft. Wie spreche ich aber? Was sind meine Sprachgewohnheiten? Wie frage ich? Was höre ich – nicht? Wie gestalte ich das Beratungsgespräch mit meiner verbalen und nonverbalen Sprache?

Das Seminar wird sich u.a. mit folgenden Inhalten beschäftigen:

  • Eigensprache als Ressource
  • Worte und Bedeutungen
  • Flüssige und feste Sprache
  • Bilder, Metaphern und Schlüsselworte
  • Die Frage als Intervention
  • Anschlussfähige Kommunikation (Luhmann)
  • RFT relational frame theory
  • Non- und paraverbale Signale als bewusste und unbewusste Interaktionen
  • Thema und Tempo
  • Stille und Pausen in Therapie und Beratung
Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W025.1227.–31.08.12
Hagen Böser, Bettina R. Grote
Karlsruhe
EUR 425,00 


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Hypnosystemisches Arbeiten für Systemiker

Die Kunst systemischen Arbeitens besteht darin, unter Einbeziehung des Kontextes auf mehreren Ebenen mit systemischem Blick zu arbeiten: inhaltlich, prozessorientiert, ressourcenorientiert sowie lösungsfokussiert. In diesem Seminar schaffen wir eine Bühne, systemisches Arbeiten mit hypnotherapeutischen Methoden zu verbinden und anzuwenden. Wir stellen die theoretischen Grundlagen vor und üben in Rollenspielen evtl. auch live

  • Trance-Induktion
  • Repräsentationssysteme erkennen und nutzen
  • Utilisation
  • Einladen
  • Pacing
  • Reframing
  • Ankern
  • Von der Problem- zur Lösungstrance
  • Anstoßen von Induktionsprozessen

Wir stellen das Nutzen von Tranceelementen in der Skulptur- und Aufstellungsarbeit vor und ergänzen sie mit Kreativität fördernden Übungen.

Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W026.1217.–21.09.12
Karin Nöcker, Stephan Theiling, Haja Molter
Horrem/Nähe Kerpen
EUR 425,00 


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Verhaltenstherapie für Systemtherapeuten

In diesem Seminar sollen erfolgreiche Ansätze der Verhaltenstherapie in der Problembeschreibung und Problemlösung für SystemikerInnen vorgestellt und eingeübt werden (an sich selbst und in der Arbeit mit KlientInnen).

Seminarinhalte:

  • Geschichte, Grundlagen und Methoden der VT
  • Problembeschreibung in der VT: S-O-R-C-Verhaltensanalyse und Funktionsanalyse von Symptomen
  • VT-Interventionen:
    • Respondente Verfahren: Angst-Konfrontation, Reaktionsverhinderung
    • Operante Verfahren zum Erwerb neuer oder bisher weniger entwickelter Verhaltensweisen (Verstärkung, Löschung, Shaping, Prompting, Fading, Selbstsicherheitstraining)
    • Kognitive Verhaltenstherapie: Geschichte, Irrtümer, Chancen, Praxis
      (kognitive Therapie nach Beck; Rational-Emotive-Therapie nach Ellis)
    • Selbstkontrollverfahren (Kanfer)
  • Standardmethoden der VT bei ausgewählten „Störungsbildern": Angst – Zwänge – Ess-Störungen
  • Unterschiede und Gemeinsamkeiten von VT und ST

Am Ende des Seminares sollen Unterschiede benannt und auf dieser Basis Möglichkeiten der Integration von VT in systemtherapeutische Ansätze ausgelotet sein.

Seminar-Nr.
Datum/Leitung/Ort
Teilnahmegebühr
W027.1203.–07.12.12
Hans Lieb, Maren Langlotz-Weis
Karlsruhe
EUR 425,00 


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