Seminarinhalte - Systemisches Schulcoaching
1. Seminar: Systemische Beratung und Fallmanagement
5 Tage
Eine Herausforderung der schulischen Beratung sind die vielen unterschiedlichen Informationen und Anliegen, die in einem Fall berücksichtigt werden müssen. Die in Alltagsgesprächen oft üblichen eindimensionalen Ursachenzuschreibungen greifen dabei zu kurz. Das systemische Verständnis von Problemen und das daraus abgeleitete systemische Fallmanagement stellen einen Rahmen für die gesamte Fallarbeit bereit. Dabei finden Bedingungsfaktoren schulischen Lernens besondere Berücksichtigung. Die Basiskompetenzen der Systemischen Beratung helfen bei der Gesprächsführung.
Seminarinhalte
- Systemisches Problemverständnis
- Systemisches Fallmanagement
- Systemische Basiskompetenzen 1
- Grundlagen erfolgreichen schulischen Lernens
- Determinanten schulischer Entwicklung
2. Seminar: Kontext- und Kategorienbeschreibungen
5 Tage
Verschiedene Berufsgruppen und Institutionen, die sich mit Kindern und Jugendlichen befassen, verwenden unterschiedlichste Zugangswege in der Beschreibung von schulischen Schwierigkeiten. So haben z.B. das Schulsystem, das Jugendhilfesystem und das medizinisch-klinische System jeweils eigene Begrifflichkeiten, Beschreibungssysteme und Instrumentarien der Erkenntnisgewinnung. Besonders das medizinisch-klinische System stellt bei Schulschwierigkeiten weit verbreitete Test- und Fragebogeninstrumente zur Verfügung, die Begabungen, Verhalten und Emotionen auf eine bestimmte Art und Weise beschreiben und in einem Diagnose- bzw. Kategoriensystem zusammenfassen. Aufgabe des Schulcoaches ist es, verschiedene Formen der Wirklichkeitskonstruktion zu kennen, Übersetzungshilfe für die Schule zu leisten und verantwortungsvoll mit Instrumentarien und diagnostischen Ergebnissen umzugehen. Alternative Kontextbeschreibungen mittels systemischer Methoden (4-Felder-Schema, Aufstellungsformen) sollen bestehende Perspektiven erweitern und neue Sichtweisen erlebbar machen.
Seminarinhalte
- Umgang mit Diagnosesystemen
- Umgang mit Testverfahren
- Beschreibungsbereiche schulischer Entwicklung
- Schulformen und Bildungswege
- Systemische Basiskompetenzen 2
- Systemische Aufstellungsformen
3. Seminar: Individuelle Förderung
5 Tage
Lange Zeit galt der „imaginäre Durchschnittsschüler” als Orientierung für pädagogisches Handeln. Gegenwärtig wird immer mehr in den Blick genommen, wie in einem kompetenz-orientierten Unterricht sowohl die Talente und Interessen des Einzelnen gefördert als auch auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen eingegangen werden kann. Die Herausforderung im System Schule besteht also in der Wahrnehmung der individuellen Unterschiede von Schülerinnen und Schülern sowie dem konstruktiv-verantwortlichen Umgang mit Heterogenität. Ausgehend von den im 1. Seminar besprochenen Grundlagen schulischen Lernens werden Formen und Methoden individueller Förderung besprochen und Ansätze der Gestaltung von Lernumwelten angeregt.
Seminarinhalte
- Arten der Förderung
- Schwierigkeiten beim Lernen
- Schwierigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen
- Schwierigkeiten im Verhalten und mit Aufmerksamkeit
- Besondere Begabungen
4. Seminar: Arbeiten mit Gruppen
5 Tage
Lehrer, Schüler und Eltern bewegen sich innerhalb der Schule in sozialen Systemen, in denen besondere Regeln und Dynamiken herrschen. Dabei nimmt jedes Individuum unterschiedliche und wechselnde Rollen ein. Lehrer und auch Schüler haben dabei Verantwortung, das soziale Miteinander im und außerhalb des Unterrichts so zu gestalten, dass die Kommunikation und Zusammenarbeit für alle Beteiligten als unterstützend, entwicklungsförderlich und wertschätzend wahrgenommen wird.
Besondere Bedeutung bei der Gestaltung des sozialen Miteinanders kommt auch der Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums, der Zusammenarbeit von Lehrkräften und Schulleitung, der Kooperation von Schule und Elternhaus und der Einbeziehung schulexterner Unterstützungssysteme zu. Der systemische Schulcoach fungiert hier als Vermittler, er unterstützt Projekt- und Leitungsteams und pflegt die Netzwerkarbeit.
Eine besondere Herausforderung für die Beratung stellen innerschulische Konflikte und Mobbingprozesse dar.
Seminarinhalte
- Rollenverständnis
- Eltern, Schüler, Lehrer
- Soziales Lernen und Gewaltprävention
- Unterrichtsstörungen
- Arbeit mit und in Projekt- und Leitungsteams
- Netzwerkarbeit
- Symmetrische und komplementäre Eskalationsdynamiken
- Konfliktmanagement/-moderation
5. Seminar: Herausfordernde Fälle
5 Tage
Verhalten von „Problemschülern“ binden in der Schule viel Energie und überfordern diese unter Umständen, wenn es darum geht, Lösungen für den Schüler zu finden. So bleiben beispielsweise bundesweit täglich ca. 10% der Schüler und Schülerinnen dem Unterricht fern. Die Muster, die bei schulvermeidendem Verhalten beobachtbar werden, sind dabei äußerst vielfältig. So können Angst auslösende Umstände in der Schule (Ausgrenzung, Bewertungsangst etc.) wie auch familiäre Muster dazu führen, dass Schülerinnen und Schüler nicht mehr zur Schule gehen. Die gemeinsame Betrachtung besonders des schulischen und des familiären Kontextes und die Anregung von Veränderungsprozessen in beiden Systemen werden dann besonders wichtig. Für den Schulcoach kann dies bedeuten als Berater Teil sehr energiegeladener und dynamischer Systeme zu werden.
Beim „Elterncoaching“ stellt sich Beratung aktiv auf die Seite der Eltern, unterstützt sie, im Sinne einer „Elterlichen Präsenz“, ihren Kindern eine lebendige Beziehung anzubieten und damit eine wesentliche und konstruktive Rahmenbedingung kindlicher Entwicklung verwirklichen zu können.
Seminarinhalte
- Elterncoaching
- Schuldistanz
- Umgang mit Widerstand
Praxisanforderungen
Ein Exzerpt von Beratungsgesprächen und ein Projektbericht. Repetitorium am Ende der Ausbildung.
Seminarstruktur
25 Seminartage + 10 Tage Supervision
Anschlussqualifikation Systemischer Berater
Mit einem Zertifikat zum Systemischen Schulcoach sind noch zu leisten:
- 1 Seminar Entwicklung der professionellen Persönlichkeit (10 Tage)
- 1 Seminar aus dem Wahbereich I oder II (5 Tage)
- 4 Tage Supervision
