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Systemisches Schulcoaching

Systemisches Denken und Handeln im Kontext Schule

Der sich ständig vollziehende soziale Wandel und eine durch internationale Bildungsvergleiche verunsicherte Öffentlichkeit stellen zunehmend umfassendere Anforderungen an Schule. Schulen sollen als wichtiger sozialer Lebensbereich den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen im Sinne einer ganzheitlichen Persönlichkeitsbildung und umfassender Kompetenzentwicklung möglichst gut gerecht werden. Dabei sollen sie die heterogenen Interessen, Leistungsmöglichkeiten und sozialen Hintergründe der Schüler berücksichtigen und konstruktiv nutzen.

Der systemische Ansatz kann hier differenzierte Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten aufzeigen. Für die zentralen Bereiche des schulischen Geschehens vermittelt die Ausbildung das systemische und methodische Denken und das sich daraus ableitende Handwerkszeug, das notwendig ist, um im System Schule wirken zu können.

Die Beschäftigung mit Schülern zeigt ganz häufig einen zentralen Problembereich des Schulalltags auf: Eine individuelle pädagogische und psychologische Betreuung bzw. Beratung ist im deutschen Schulsystem nicht vorgesehen. Verstärkt wird dieser Mangel durch die Tatsache, dass die Vermittlung von fachlichen Inhalten so sehr im Vordergrund steht, dass den Lehrkräften wenig Zeit bleibt, sich mit den Problemstellungen einzelner Schüler, Subgruppen von Schülern oder dem System Klassengemeinschaft zu beschäftigen. Das daraus resultierende Unbehagen ist Schülern, Eltern und Lehrkräften häufig sehr wohl bewusst, aber sie können keine Wege aus diesem Dilemma finden. Die Arbeit des Schulcoachs ist es, in dieser Situation dem Schüler, den Eltern, dem Lehrer, dem Klassenverband Methoden- und Strategiekompetenz zu vermitteln, um neue Lösungswege im Umgang miteinander entwickeln zu können.

Für den Schüler bedeutet dies, dass im Mittelpunkt seines Betrachtens und seines Handelns Formen des Lernens stehen, die ihn befähigen, seinen eigenen, individuellen Lebensweg zu gehen, d. h., aufgrund von Wissen und Fähigkeiten eigene Entscheidungen zu treffen und als mündiger Mensch die Schule zu verlassen. Für die Eltern geht es um die schwierige Gratwanderung zwischen der Förderung und der Forderung an ihr Kind ohne die Möglichkeit der direkten Steuerung, sondern nur mit der Chance der hilfreichen Begleitung. Für die Tätigkeit der Lehrkraft bedeutet dies, den Blick über das Fachspezifische hinaus zu schärfen und die Schülerpersönlichkeit in den Fokus zu nehmen. Der Schulcoach vermittelt in diesem Spannungsfeld Möglichkeiten und Methoden, die der Schüler bei der Ausgestaltung seiner personalen und sozialen Fähigkeiten braucht. Der Schulcoach zeigt Wege auf, wie sich diese Ziele im Schulalltag verankern lassen.

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