Seminarinhalte und Termine - Systemisches Elterncoaching
Die hier beschriebene Seminarfolge (Grundlagen - Vertiefung - Wahlpflichtseminare - Supervision) wird empfohlen.
Grundlagen-Seminar: 3 Tage
Autorität durch Beziehung
Elterliche/Professionelle Präsenz als systemisches Konzept
In diesem Seminar lernen die TeilnehmerInnen die Grundhaltungen und Grundlagen des Systemischen Elterncoachings in der praktischen Anwendung kennen sowie die daraus folgenden Interventionen. Dies sind im Einzelnen:
- Haltung von Wertschätzung, Respekt und der „guten Absicht"
- Bündnisrhetorik: Bedeutung von Körperhaltung und Sprache
- Elterliche Präsenz
- Besondere Aspekte des Coachings von Eltern und für Professionelle
- Gesprächsinterventionen: Übersetzen von Werten, Reframing, Dilemmata. Unausgesprochenes und eigene Wahrnehmungen formulieren
- Grundhaltungen des Gewaltlosen Widerstandes
- Die daraus folgenden Interventionen (Ankündigung, Sit-In ...)
- Eskalationsmuster und Deeskalationsstrategien
- Nutzung sozialer Unterstützer und der damit verbundenen Öffentlichkeit
- Beziehungs-, Versöhnungs- und Wiedergutmachungsgesten, Gesten der Wertschätzung, Überraschung und Liebe
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Vertiefungsseminar: 3 Tage
Neue Autorität
Dieses Seminar baut auf das Grundlagen-Seminar und die dort erarbeiteten Themen auf und leitet eine vertiefende, intensivierende Auseinandersetzung mit den Grundhaltungen an. Dabei geht es vor allem um folgende Themen:
- Vertiefung der Interventionen und Ideen des Systemischen Elterncoachings
- Intensive Auseinandersetzung mit der Haltung des Coaches gegenüber den Ratsuchenden
- Einsatz in verschiedenen Arbeitsfeldern mit Fokus auf die Arbeitskontexte der TeilnehmerInnen
- Indikationen und Kontraindikationen
- Prozessorientierung im Systemischen Elterncoaching
- Analogien und Spiegelungen im Beratungsprozess
- Praktisches Üben
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Wahlpflichtseminare im Curriculum Systemisches Elterncoaching: je 2 Tage
3 Seminare sind von den folgenden auszuwählen:
Der „rechte Platz“ – Erzieherische Präsenz in der Jugendhilfe  Â
Eltern sind in Erziehungsverantwortung für ihre Kinder und der Coach berät die Eltern – doch wo ist der „rechte Platz“ der Erzieherin im (teil-)stationären Alltag, des sozialpädagogischen Familienhelfers, der Einzelbetreuerin oder des Schulsozialarbeiters?
In der Jugendhilfe erscheint die Auseinandersetzung mit dem eigenen und fremden Auftrag und damit mit der eigenen Rolle im Geschehen zentral und notwendig. Oftmals ist ein „Switchen“ zwischen verschiedenen Rollen notwendig: vom Elterncoach zum Unterstützer des Kindes oder zum Berater eines kooperierenden Teams. Auch der Auftrag der Kontrolle führt zu einem Wechsel der Rolle der Pädagoginnen im Verhältnis zu den Eltern (Coaching gegenüber Herausforderung). Unterstützung, Vernetzung und Transparenz sowie eigene klare Haltung spielen eine wichtige Rolle im Geschehen. In diesem oft weitläufigen Gefüge von Familie, Jugendhilfe, individuellen und professionellen Netzwerken den jeweiligen Auftrag zu klären und zu konkreten Aufgaben und methodischen Herangehensweisen zu finden, wird Thema dieses Seminars sein.
Bitte eigene „Fälle“ und Fragen mitbringen!
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Präsenz-Kultur  Â
Multikulturelle Systeme begegnen uns häufig in der praktischen Arbeit, Missverständnisse inklusive. AusländerInnen, MigrantInnen, „noch nicht Heimische“ fordern sowohl die Therapeuten/Berater als auch das zu unterstützende System zu einer (kulturellen) Auseinandersetzung heraus. Was bedeutet dies mit Blick auf „Präsenz“? Ist „Standing“ in jeder Kultur gleich? Ist eine Einigung auf „Werte“ möglich oder sinnvoll? Was sind „Beziehungsgesten“ in anderen Kulturen? Was sind „verhältnismäßige/angemessene“ Interventionen? Gibt es Präsenz über Distanz? Wie erschließe ich mir ortsferne Ressourcen? Wie finde ich „ohne viele Worte“ den Ton? …
In unterschiedlichen Settings (Rollenspiel, Skulptur-Arbeit, Übungen …) werden Hilfen und Hürden der Beziehungsarbeit „Persönliche und Professionelle Präsenz“ erleb- und reflektierbar. Die Komponenten „Standing, Deeskalation, Widerstand, Öffentlichkeit, Unterstützer, Beziehungsgesten“ und Methoden wie „Ankündigung, Sit-in“ werden unter der zusätzlichen Perspektive der Kulturverschiedenheit betrachtet. SeminarteilnehmerInnen sind eingeladen, ihre Erfahrungen mit eigenen Fällen einzubringen. Ziel ist es, durch beherztes Ausprobieren zu kreativen Ideen zu kommen, die die Beziehungsarbeit – die Kultur, auf die es ankommt – fördern.
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Wenn’s besonders brenzlig und schwierig wird… Â
In der Praxis mit Familien auch innerhalb des Systemischen Elterncoachings erleben wir immer mal wieder besondere Herausforderungen, die uns manchmal selbst in die Hilflosigkeit führen: Zwangskontexte, auch unter dem SEC weiter eskalierende Konflikte, extrem lange Schulabwesenheitszeiten und fehlende Kooperationsbereitschaft, auch Isolation und extremste Eskalation sowie von uns als „gescheitert“ bewertete Prozesse. In diesem Seminar sollen Entwicklungsmöglichkeiten auch für diese Prozesse erarbeitet werden. Dies soll praxisorientiert an Fallbeispielen geschehen, wozu die TeilnehmerInnen eingeladen sind, eigene Familien vorzustellen.
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Körperliche Präsenz und ZentrierungÂ
In diesem Wahlpflichtseminar können praktische analoge Übungen und Interventionen und ihre konkrete Anwendung im Beratungssetting kennengelernt werden. Sie helfen Eltern, Lehrern oder anderen Professionellen in eskalierenden Situationen präsent zu bleiben und sich in ein fühlbares Gleichgewicht zu bringen, um Standpunkte entwickeln und einnehmen zu können.
Körperliche Präsenz und Zentrierung können als Grundvoraussetzung angesehen werden, um sich „seiner Selbst“ sicher zu sein und schwierigen Situationen mutig begegnen zu können, ohne sich in Eskalationen hineinziehen zu lassen. Der „Vertragspartner Körper“ wird als Feedbackinstrument und als Informationsressource kennen und nutzen gelernt, um entstandenen Druck in konstruktive Kräfte (Stimme, Energien, Ideen, Gefühle) umzuwandeln. Analoge Interventionen können helfen, endlose verbale, oft redundante Kommunikationsschleifen zu unterbrechen und auf anderen Ebenen mit sich in Kontakt, ins Spüren und somit zur Präsenz zu kommen.
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Statt im Kampf zu verbrennen – Burn-out-Bedrohung für Eltern und ProfessionelleÂ
Eine Wortbildungsmaßnahme für Burn-out bedrohte Eltern und Professionelle, die nicht mehr können, wollen oder wollen können müssen – sondern wieder freiwillig müssen können wollen. Mit welchen Werten ist die jeweilige Rolle übernommen worden und was ist daraus geworden? Fühlen Eltern/Berater sich im SelbstZwangskontext? Sind sie in einem Zwangskontext? Wie wirkt Selbstwirksamkeit und wachsame Selbst-Fürsorge und welche Bedeutung hat Sprache dabei? Sich selbst belohnen, statt Kinder zu bestrafen! Nicht die Kinder sind schlecht, sondern die Eltern/Professionellen sind gut! (Wieder-)Entdeckung präsenter Leidenschaft.
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Wenn die Krankheit/Diagnose die Familie dominiert: Â
Stärkung der elterlichen Präsenz im Modell des Gewaltlosen Widerstandes
Krankheiten und Diagnosen im Kindes- und Jugendalter können Eltern ihre Präsenz nehmen. Die mit Krankheiten/Diagnosen verbundenen Gefühle können Konflikte begünstigen, die das Zusammenleben und die Beziehungen im Familienalltag belasten und dominieren. Auf der Basis praktischer Erfahrungen aus der Kinderheilkunde und der Psychotherapie sollen im Seminar Wege erarbeitet werden, um die Eltern mithilfe des Gewaltlosen Widerstandes darin zu unterstützen, aus dem Eskalationsmuster auszusteigen, wieder Präsenz zu entwickeln, um so wieder rückhaltgebende Orientierung und Unterstützung ihren Kindern anbieten zu können.
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„Neue Autorität“ und „Professionelle Präsenz“ in teilstationärer und stationärer Erziehung (Jugendhilfe und Kinder- und Jugendpsychiatrie)
Wie können Haltung und Konzept der „Professionellen Präsenz“ konstruktiv in den Alltag stationärer Erziehung eingebettet werden, um Eskalation und Provokationen konstruktiver zu begegnen und beispielsweise Mustern des Hineingezogenwerdens, des Ganz-außen-vor-Bleibens und des innerlichen Aufgebens zu begegnen?
Teilnehmer sollten das Grundlagen-Seminar Autorität durch Beziehung Elterliche/Professionelle Präsenz als systemisches Konzept besucht haben.
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Neue Autorität und Rituale Â
Zur (Wieder)Herstellung von Präsenz und „Neuer Autorität“ im privaten wie beruflichen Bereich finden Rituale (wie Ankündigungen u.a.m.) hilfreich Anwendung. Sie sind entscheidend für das Zusammenleben von Menschen, da sie ihnen Möglichkeiten bieten, mit grundlegenden Problemen der Existenz umzugehen. Sie sind ein Mittel zur Vereinfachung der Welt und zur Komplexitätsreduzierung. Sie sind kulturelle Konstrukte, die einen Schlüssel zum Verstehen einer Kultur darstellen. Zudem regen sie eine intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Glaubenssätzen und Überzeugungen, Werten und inneren Bildern an. In diesem Seminar soll die Umsetzung von Ritualen im Elterncoaching dargestellt werden und ein entsprechender Austausch über Möglichkeiten und Erfahrungen mit Ritualen sowie eine Reflexion der eigenen Ethik erfolgen.
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Hinweis: Der/die Hauptverantwortliche steht als erstes. Ab 18 TeilnehmerInnen kann ein Seminar mit zwei TrainerInnen stattfinden. Etwaige persönliche Absprachen zwischen den TrainerInnen können davon abweichen.
Die Seminare und Wahlpflichtseminare sind auch im Rahmen der Sonderseminare einzeln buchbar.
Supervision
2 Tage
Fester Bestandteil der Ausbildung im Systemischen Elterncoaching ist die zweitägige SuperÂvision. Diese bietet die Möglichkeit, die Übertragung der Gedanken des gewaltlosen Widerstands in die eigene Praxis zu reflektieren, nachdem erste Grundlagen kennengelernt wurden (also frühestens ab dem Einführungsseminar). Es geht weniger um die „korrekte Anwendung“ der Methoden als vielmehr um die Frage, wie das Konzept in die eigene praktische Tätigkeit integriert werden kann. Die TeilnehmerInnen stellen sich mit ihrer Arbeit vor und reflektieren die Möglichkeiten, wie die gewohnte Arbeit durch Impulse aus dem Elterncoaching bereichert werden kann – oder wie sie ihre eigene Arbeit durch das Konzept verändert haben.
Dieses geschieht entweder in der Reflexion eigener Fälle oder in der Live-Supervision mit Eltern innerhalb der Gruppe. Es kann auch ein Video der eigenen Praxis vorgestellt oder ein Transskript (Abschrift eines Bandmitschnittes von etwa fünf Minuten) besprochen werden. Falls eine Live-SV geplant wird, bitten wir darum, vorher Kontakt mit den SuperÂvisorInnen zur terminlichen Abstimmung aufzunehmen.
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